Für dieses Review greife ich (vielen Dank für die Erlaubnis) auf das Bad Alchemy Magazin von Rigobert Dittman zurück. Ein unabhängiges Magazin für Musik jenseits aller Grenzen, egal ob es sich dabei um Festivals, Labels oder Neuveröffentlichungen handelt. Eine wahre Fundgrube auf ca. 100 Seiten pro Ausgabe.

Ich gebe hier nur in Auszügen den Text von Rigobert wieder. Der komplette Text ist in seinem Aktuellen Magazin 104 zu finden.

„Inspiriert durch Jens Björneboes “ Der Augenblick der Freiheit“ wird eine Art Roratorio inszeniert, mit Texten von Moe und Björneboe, um mit diesem anarchistischen, nicht allein von Ingyar Ambjörnsen als nationales Gewissen verehrten Irrläufer der norwegischen Literatur zu rütteln an den Gittern von Gefängnissen und Irrenhäusern und den Fundamenten der Bestialität. Unter einer Parole, die der Nationalhymne spottet, reimt Moe dömmene ( Sträflinge) auf drömmene (Träume), wandelnd in Schatten und Finsternis. Schwarze Löcher, schmelzende Pole, alles bloß Fake News? …
Dann gute Nacht. Atlantis schlaf weiter, schlaf gut! …
Zu Moes Sprechgesang stapfen die Bären weiter ins Chaos, verwechseln Licht und Schatten, die Penquins krähen .. die Marschtrommel kullert über die Klippe, alles zerplatzt in Abgrund.
Gongs gongen, Beats schleppen sich, Schlägel klimpern. Und wir, die kleinen Bären, wir schlafen oder tapsen, während die Schollen dahinschmelzen, von allen guten Geistern verlassen, spöttisch berockt….“ Rigobert Dittman

Eine Mixtur aus Moe’s Sprechgesang, hämmernden Beats und dann wird das ganze aufgerissen, alles purzelt heraus, seltsam vertraut und wankend im Dunkeln auf den Abgrund zu.
Und nach dem Applaus kommt die Gute Nacht. Ein kurzes atmosphärisches Innehalten und dann geht es weiter auf den Abgrund zu. Das sehr treffende Cover ist von Vitalia Samuilova, eine im Lemming-Totentanz über die Klippe drängende Masse gesichtsloser Lemuren.

Musik zur Zeit wie sie aktueller nicht sein kann. Das ist die erste Zusammenarbeit von Moe’s Trio MoE und dem Percussion Trio PINQUINS, die ich als mehr als nur gelungen bezeichnen muss.
Und auch wenn wir alle norwegisch nicht verstehen, die Geschichte transportiert sich akustisch auch so sehr plastisch.

Die Musik ist ein Zeugnis unserer Zeit. Trotz aller Informationen und dem Wissen um das Wesen der Dinge, stellen wieder sehr viele den Glauben dagegen.  Viele Glauben lieber, als dass sie Wissen wollen … Wir steuern dem offensichtlichen Untergang entgegen und was passiert ? Wir feiern und schreien „Fake News“ …

released December 13, 2019

MOE/PINQUINS – Vi som elsket kaos

Composed and performed by MoE/Pinquins:
Ane Marthe Sørlien Holen: percussion, vocals
Sigrun Rogstad Gomnæs: percussion, vocals
Johanne Byhring: percussion, vocals
Guro Skumsnes Moe: electric bass, vocals
Joakim Heibø Johansen: drums
Håvard Skaset: electric guitar, synth
Recorded by Marcus Forsgren
Mixed by Kyrre Lastad
Mastered by Karl Klaseie

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