Schon nach dem ersten Hören merkte ich, dass die Schönheit dieser Musik mich fesselt. Ich fühlte mich aber außer Stande meine Empfindungen auszudrücken, weil mir einfach für diese Musik das Vokabular dafür fehlt. Deshalb habe ich Freund:innen gebeten mit mir gemeinsam diese Musik anzuhören und darüber zu sprechen. Daraus ist der folgende Text entstanden.

Klang und Raum Suchende

Das feinfühliges, sensibles Zusammenspiel regt zu intuitiven Assoziationen an.
Eine Fülle unterschiedlicher Klangfarben und Klangfelder ohne greifbare tonale Bindung überwinden Gerne-Grenzen mit Hilfe klassischer Kompositionstechniken. Die allgegenwärtige dramaturgisch aufgebaute Architektur der einzelnen Stücke so wie des ganzen Albums lässt das absichtsvolle Agieren der Musiker jederzeit durchscheinen.

Mit den klassischen Verarbeitungstechniken wie z.B.: Fugato, Imitation, Sequenzierung und Verdichtung wird ein Raum definiert, der sich auch immer wieder dreht und verändert in überraschender Weise. Gleichzeitig werden die klanglichen und spieltechnischen Möglichkeiten der Instrumente ausgelotet. Beides in Kombination lässt ein Gefühl von Weite und Grenzenlosigkeit entstehen, trotz der klaren Struktur, die in keiner Weise einengt. Im Gegenteil nutzen Stemeseder und Andrejewski die klaren Strukturen, um sie immer wieder überraschend aufzubrechen, und um sie später wieder herzustellen.

Die Strenge der Form hat eine anziehende Schönheit, die einen nicht loslässt. Gleichzeitig ist die Musik abwechslungsreich, spannungsvoll und fesselt mit ihrer Feinfühligkeit. Der Mut und das Filigrane dieser Kompositionen zeigen die hohe Kunst der Instrumentalisten sowohl als einzelne Künstler, wie auch als Ensemble-Musiker.

 

released May 29, 2020

2020 WhyPlayJazz (WPJ054)

Biliana Voutchkova (violin), Lucy Railton (cello), Christian Weidner (alto saxophone), Joris Rühl (clarinet, bass clarinet), Elias Stemeseder (piano, synthesizers), Max Andrzejewski (drums)

Produced by Max Andrzejewski and Elias Stemeseder for WhyPlayJazz.
Recorded by Antonio Pulli at Studio Börne Berlin, February 18th – 20th, 2019.
Edited by Max Andrzejewski, Elias Stemeseder and Martin Ruch.
Mixed and mastered by Martin Ruch at Control Room Berlin.
Additional mixing on quatre, héritage, tied light I, cinque and maß by Max Andrzejewski.
Photos by Dovile Sermokas.
Design by Michael Schultz.
Supported by Musikfonds.
deux, cinque, héritage, quatre composed by Max Andrzejewski.
maß, tied light I, tied light III – gamut, tied light III – ambit, cc/choral composed by Elias Stemeseder.

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