Es ist eine sehr faszinierende und bewegende Musik welche Claris Jensen hier auf ihrem Cello und mit diversen elektronischen Geräten erfindet. Dass ein Cello nicht unbedingt wie Cello klingen muss, kennen wir ja mittlerweile von allen Instrumenten. Die spannende Frage ist nur was zum Schluss herauskommt. Und auf „The Experience Of Repetition As Death“ ist es ganz hervorragend geworden.

Foto: Peter Gannushkin

Die Cellistin und Komponistin Clarice Jensen lebt in Brooklyn und studierte an der Juilliard School. Die Liste der Musiker für die sie an Produktionen beteiligt war liest sich beeindruckend: Jóhann Jóhannsson, Max Richter, Björk, Stars of the Lid, Dustin O’Halloran, Joanna Newsom, Nico Muhly, Owen Pallett, Arcade Fire, Jónsi, Tyondai Braxton…. Clarice Jensen ist außerdem noch künstlerische Direktorin der ACME, der American Contemporary Music Ensemble. Ihre erste CD erschien 2018 mit „For This From That Will Be Filled“ welche ein großes internationales Echo fand und auch bei mir noch in guter Erinnerung ist.

„The Experience Of Repetition As Death“ ist die Verarbeitung des Todes ihrer Mutter welche an Leukämie starb.
Es geht um die Erfahrung, das Verarbeiten des Sterbens und den Tod.
Ihre Besuche im Krankenhaus, die Atmosphäre dort, das Warten, all das spiegelt sich auf sehr eindringliche und meditative Weise in ihrer Musik wieder. Besonders das hypnotische „Metastable“ ist von großer Wirkung. In „Holy Mother“ denkt man z.B. eher an eine Orgel als an ein Cello.

Ihr geht es nicht um Kunstfertigkeit, technische Brillanz oder dergleichen. Ihre Musik ordnet sich ganz dem Ausdruck unter. Sie arbeitet geschickt mit Wiederholungen, Verschiebungen in dem sie immer neue Schichten über einander legt. Die Musik hat etwas sakrales und ist von einer großen hypnotischen Kraft. Sehr beeindruckend!

Hier noch ein interessantes Interview ( in englisch).

 

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