CD TIPP: Autechre – NTS Sessions 1–4 / WARP

Ich oute mich als großer ‚Autechre‘ Fan und das seit Ihren Beginn. Rob Brown und Sean Booth haben 8 (!) Stunden Musik für uns. Und ab hier übergebe ich an das skug – Magazin. Die haben ein hervorragendes Review zu diesen Sessions geschrieben ….

 

Entromantisierung im Sinne der Sinnlichkeit

Autechre geleiten uns wieder einmal auf eine außergewöhnliche Reise und verfeinern mit den NTS Sessions 1–4 weiter konsequent und mit Erfolg die Arbeit an der Entromantisierung ihrer Musik – sofern man hier noch von Musik im klassischen Sinn sprechen möchte.

…. Man hat den Eindruck, dass die beiden Briten mit ihren epochalen Releases jede Sekunde der Weiterentwicklung mit uns teilen wollen. In der Tat lässt sich die Entwicklung zu ihrem neuesten Werk über dessen vorangegangene Klangexkursionen nahezu Schritt für Schritt nachvollziehen. Die Ära der Dekonstruktion bekannter Muster aus dem Genre-Bereich IDM scheint vorbei zu sein. Alle Teile wurden bis auf die kleinsten elementaren Bausteine zerlegt und werden nun neu zusammengestellt. Dass Autechre an der Entwicklung einer eigenständigen musikalischen Sprache arbeiten, ist nicht neu. Die zunehmende Tendenz, künstlich erzeugte phonetische Elemente und akustische Attribute von gesprochener Sprache aufzunehmen, ist jedoch ein Novum der letzten Jahre und erhält insbesondere auf dem nun vorliegenden Release verstärkt Ausdruck. Teilweise klingen die beeindruckenden Ergebnisse wie die Versuche von Systemen künstlicher Intelligenz bei der Entwicklung einer eigenen gesprochenen Sprache, was beim Hören durchaus zu einer stattlichen Piloerektion führen kann…. weiter lesen !!!          © Text: MARTINEE

 

 

Zu den Releases / LP / CD / FLAC

5 Replies to “CD TIPP: Autechre – NTS Sessions 1–4 / WARP

  1. Es gab eine kurze Zeit in den späten 90ern, da hatte ich das Gefühl, den Anschluss and neue elektronische Musik zu verlieren, Musik von Squarepusher, Pan(a)sonic oder Autechre. Die Musik ermüdete mich ziemlich schnell, und ich ließ sie fallen. Ich habe bis heute das Gefühl, dass dort Leute am PC Musik kreieren, die unmenschlich ist, sich gegen jede Form von Gefühl sträubt, und letztlich Maschinenmusik für Maschinen sein könnte. Ich weiß natürlich, dass Menschen wie Du, portfuzzle, diese Musik gerne hören, aber gibt diese Musik Deinem musikalischen Gefühl ähnlich Futter wie Deinem musikalischen Kopf? ‚Free Your Mind and Your Ass Will Follow‘, sangen Funkadelic in den frühen 70ern. Diese Musiker hier schenken dem Arsch wenig Beachtung, scheint mir.

  2. Interessant, dass Du das hier ansprichst. ‚Musik für den Arsch‘. Das ist etwas was mich persöhnlich nicht wirklich interessiert. Das ist kein Kriterium für mich.
    Ich glaube, dass Musiker egal mit welchem Instrumentarium auch immer, Ihre Musik spielen werden um sich auszudrücken. Das können elektronische Geräte sein oder der PC, was auch immer.
    Sie werden diese sich zu eigen machen und damit Ihre Musik spielen. Und wer weiss was dann noch kommen wird …. Da ist Michael Pisaro dessen wichtigstes Instrument eigentlich die Stille ist. Fred Frith mit seinen preparierten Gitarren. Schau dir das Making of von ‚Touch The Sound‘ an.
    Da haben selbst die Techniker angefangen Drähte an alte Boiler zu spannen um diese mit einem Bogen ins schwingen zu bringen. Aphex Twin mit seinen ‚Selected Ambient Works I“, dass ist Traummusik, mit ganz viel Seele. Jedenfalls für mein Gefühl…
    Das ist Futter für mich ! Für Gefühl und Kopf.

  3. Mir geht es u. a. um das Haptische, das bei Laptop-Musik oft zu kurz kommt (das weiß ich, weil ich zuviel vor der Daddelkiste hänge). Die Leute, die du oben anführst haben wenig mit Autechre gemein, Aphex Twin vielleicht – aber bei dem geht es mir sogar noch mehr so – für mich sind seine Ambientsache nix, mehr will ich mich dazu nicht auslassen.

    Du hast nicht erwähnt, ob Autechre Gefühle in Dir anspricht – und wenn ja, welche?

    Und „Musik für den Arsch“ bedeutet im Fall von Funkadelic den Körper im Gegensatz zum Verkopften, und darum gings mir. Ich hab Dich gut verstanden, portfuzzle, und ich hab sogar was von Autechre in einem Mix verwendet (um mal wieder meine Referenz anzubringen):
    LPH 076 – Holocentric Whirlpool (1994-99)
    https://oranglucky.blogspot.com/2016/12/076.html

    Ich wünsch Dir ein schönes Wochenende,
    Lucky 🙂

    1. Um ehrlich zu sein… Ich wusste nicht so recht, wie ich dir antworten soll. Um es kurz zu machen: Ich tanze im Kopf. Und Autechre spricht mich, ja nach Stimmung, sehr unterschiedlich an. Zum Tanzen ist das ja eher nicht. Aber gerade bei ‚Amber‘ sind es Erinnerungen, Melancholie. Ich kann da richtig runterfahren …. Schöner Mix !

      1. Es ist natürlich auch sehr vereinfacht zu sagen, alles was nicht zum Tanzen (also für den Hintern) ist, ist verkopft – das wäre dann sehr viel Musik! Es gibt eine Zeit zum Tanzen, und eine Zeit zum Hören und träumen… und ich danke dir für Dein Lob, lieber portfuzzle! 😀

Danke das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.