Bluesgitarrist Freischlader „Die Baumwollfelder von Wuppertal“ Von Peter Kemper

Der Theologiestudent Henrik Freischlader wurde mit einem großen Vorbild zum besten deutschen Bluesgitarristen. Mit seinem Ansatz will er auch junge Leute für die Musikrichtung begeistern.

Welchem Bluesmusiker wurde die Ehre zuteil, von der uramerikanischen Hutmacher-Firma Stetson aus Missouri eine Signature-Kappe zu bekommen? Die Antwort findet sich nicht am Mississippi, sondern im „Wupper-Delta“. Denn hier lebt inzwischen der gebürtige Kölner Henrik Freischlader, Jahrgang 1982, dessen charakteristische Kopfbedeckung bereits in mehreren „Stetson“-Editionen vorliegt. Auch ein klassischer Fedora, wie man ihn von Charakteren des film noir kennt, trägt seinen Namen.

Schon als Kind wollte Freischlader immer Schirmmützen und Hüte tragen und fand bald, dass die schönsten von der amerikanischen Edelmarke stammten – mehr als zweihundert besitzt er inzwischen. Doch wie kommt ein Jugendlicher aus dem Bergischen Land dazu, sich mit Haut und Haaren einer ursprünglich afroamerikanischen Musikform zu verschreiben? Und wie konnte aus einem glühenden Fan Deutschlands bester Bluesgitarrist werden?

Henrik Freischlader fand auf Umwegen zu seiner Berufung: „Gary Moore ist der Grund, warum ich überhaupt Gitarre spiele! Als ich ihn zum ersten Mal gehört habe, in einer Kneipe, sein Album „After Hours“ – da war ich, glaube ich, vierzehn –, hat es mich regelrecht umgehauen. Durch ihn habe ich mir dann vieles selbst beigebracht und bin so richtig in den Blues eingetaucht.“

© FAZ, Feuilleton, Bühne und Konzert, 29.1.2021

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