Best of radiohoerer 2020

Seit ich regelmäßig CD Tipps oder auch Release Tipps verfasse, ist ein gewisser Grundstock an Empfehlungen einfach schon vorhanden. Jetzt wäre die Frage: Was davon hat immer noch Bestand, oder fehlt etwas?

Gerade eben habe ich mir wieder die „Música Callada“ interpretiert von James Rushford angehört und ja, sie gefällt mir sehr. In den letzten Tagen hat mich die Musik von John Dowland begleitet, ausgelöst durch die Neuinterpretation von Matthias Engelke. Da waren die ECM Projekte von John Potter, die ich wieder hörte und auch Interpretationen wie sie normalerweise mit der Musik von John Dowland zu hören sind. Es ist einfach zeitlos schöne Musik. Umso besser ist die Idee von Matthias Engelke sich diese Musik anzuverwandeln und ein neues Kapitel damit in unserer heutigen Zeit aufzuschlagen. Mit so einem Projekt meine Reviews dieses Jahr abzuschließen freut mich ungemein.

Wie bei Matthias Engelke hat es auch bei der Musik von Ingrid Laubrock, Australian Art Orchestra und Tania Giannouli sofort gefunkt, nur um ein paar Beispiele zu nennen. Gerade dieses Doppelalbum von Ingrid Laubrock ist nach wie vor der Hammer. Was für eine großartige Musik und so hervorragend gespielt. Einer Musik, der ich viele, viele Hörer wünsche, genau wie der Musik von Tania Giannouli oder Sigurd Hole. Gard Nilssen beweisst, dass auch Mitschnitte das Feuer und die Energie weitertragen können und es gab dieses Jahr viele hervorragende Konzertveröffentlichungen.
Das ist auch einer der Gründe, warum ich dieses Jahr eine Wertung abgebe. Ich möchte einfach gewisse Veröffentlichungen herausheben.

So gibt es auch Begleiter, die ich dieses Jahr immer wieder höre, Fiona Apple: „Fetch the Bolt Cutters“ ist so ein Beispiel. Es gibt nicht wirklich viel von Ihr, aber das, was es zu hören gibt, ist wirklich einzigartig. Auch die Musik von „Sault“ wäre zu nennen. „Prince“ der hier nicht auftaucht. Seine Musik existiert in einer eigenen Welt und ich höre sie immer wieder gern. Danke bei dieser Gelegenheit an Ingo für seine Anregungen.

Zu den großen Ereignissen des Jahres zähle ich auch das Jubiläumskonzert vom „Ensemble Modern“. Außergewöhnlich in vielerlei Hinsicht.

Die Musik von Satoko Fujii ist, leider wie viele andere auch, immer noch ein Geheimtipp. Was ich überhaupt nicht verstehen kann. Um sie zu unterstützen, kaufte ich viele CDs direkt bei ihr und die Post aus Japan sah großartig aus (habe ich aufgehoben). Glücklicherweise ist sie jetzt auch auf Bandcamp!
Apropos Bandcamp. Ich bin ja ein großer Fan dieser Plattform und Ihre Initiativen zur Unterstützung der Künstler fand ich großartig. Es waren wahnsinnige Zahlen und direktes Geld das an alle Musiker gezahlt wurde.

Daran sollten sich Spot… und Co. mal ein Beispiel nehmen.

Um so wichtiger ist mein Aufruf an Euch: kauft direkt bei den Musikern so gut es eben geht. Das Abosystem von Intakt Records wäre so eine Möglichkeit, für 87 Euro erhaltet Ihr 6 CDs von den Neuveröffentlichungen pro Jahr. (Unbezahlte Werbung)

So, dass ganze muss jetzt raus. Je mehr ich darüber nachdenke, wird es nicht besser. Die ausgesuchte Musik passt immer noch, auch wenn es kleine Veränderungen hier und dort gab. Das kennt jeder selbst, solche Listen haben nur eine begrenzte Gültigkeit. Ich hoffe, dass Ihr hier reichlich Anregungen findet.


Die Links zu den Veröffentlichungen, Videos etc. sind nach der Liste zu finden. Zu den meisten Veröffentlichungen gibt es Reviews von mir.


1) Ingrid Laubrock „Dreamt Twice, Twice Dreamt“ Music For Chamber Orchestra And Small Ensemble / Intakt Records 355
2) Tania Giannouli Trio – In Fading Light / Rattle Records
3) Australian Art Orchestra – Sometimes Home Can Grow Stranger Than Space / Self Release
4) James Rushford – Música Callada / See the Welter // Unseen Worlds
5) Sigurd Hole – Lys / Mørke / Self Released
6) Gard Nilssen´s Supersonic Orchestra – If You Listen Carefully The Music Is Yours / ODIN Records
7) Ballrog – Rolling Ball / Clean Feed
8) Philip Zoubek Trio – Nonplaces / WhyPlayJazz
9) Vilde&Inga – How Forests Think (SOFA584)
10) Satoko Fujii Orchestra New York – Entity / Libra Records


11) Gabriella Smart – Inner Cities Composed By Alvin Curran / Room40
12) Lucian Ban / John Surman / Mat Maneri – Transylvanian Folk Songs – The Bela Bartók Field Recordings / Sunnyside Records
13) Zeitkratzer & Mariam Wallentin – The Shape of Jazz to Come // CD/DL zeitkratzer Productions
14) Nathalie Joachim’s „Fanm d’Ayiti“ / New Amsterdam Records
15) Keeley Forsyth – Debris / The Leaf Label
16) Irreversible Entanglements: Who Sent You? / International Anthem
17) Peter Brötzmann & Maâlem Moukhtar Gania & Hamid Drake – The Catch of a Ghost / i dischi di angelica IDA041
18) The End – Allt Är Intet / RareNoise Records
19) Aruán Ortiz With Andrew Cyrille And Mauricio Herrera – Inside Of Rhythmic Falls / Intakt CD 339
20) staraya derevnya – Inwards opened the floor / Raash Records
21) The Auanders – Text(Us) / Auand
22) Gerald Cleaver & Violet Hour – Live at Firehouse 12 / Sunnyside Records
23) Jac Berrocal, David Fenech & Vincent Epplay – Ice Exposure / Blackest Ever Black
24) Vitor Joaquim – Nothingness / Own Release
25) Eric Revis – Slipknots Through a Looking Glass / Pyroclastic Records
26) Dyani – Under / Self Released
27) Owen Pallett – Island / Secret City Records
28) Nihiloxica – Kaloli / Crammed Discs
29) Bérangère Maximin – Land Of Waves / Karlrecords
30) Matthias Engelke – Resonant Dowland / gruenrekorder



Compilations (Nur eine Auswahl):
A Little Night Music: Aural Apparitions from the Geographic North / Geographic North
Trestle Records – „From Isolation Serie“

Alte Helden neue aufgelegt:
Cecil Taylor & Tony Oxley – Birdland, Neuburg 2011/ Fundacja Słuchaj
The Trevor Watts Quartet – The Real Intention / Fundacja Słuchaj
Keith Tippett & Louis Moholo – No Gossip / Destination: OUT store ehemals FMP

Label des Jahres und wichtige Label:
Intakt Records / Fundacja Słuchaj / WhyPlayJazz / International Anthem / Clean Feed / Auand

In diesem Jahr gibt es ein eindeutiges Label des Jahres: Intakt Records. So vieles was sie dieses Jahr herausgebracht haben ist einfach nur Klasse. Einen großen Dank an die Chefs für ihre tolle Arbeit.

Wichtig ist das polnische Label Fundacja Słuchaj mit ihrem live Programm und vielen herausragenden Veröffentlichungen. Als Sonderfall muss das Label WhyPlayJazz gelten. Diese Veröffentlichungen sind weit, weit weg vom Mainstream. Hier habe ich stellvertretend das Philip Zoubek Trio genannt. Viele andere Veröffentlichungen sind immer wieder bei mir zu finden. Was hier Roland Schulz leistet, kann nicht hoch genug bewertet werden. Simon Kanzler mit Nodía Es, oder Elias Stemeseder & Max Andrzejewski mit light/tied. Außerdem wäre da noch das italienische Label Auand zu nennen.


Videoauswahl und andere Links



Compilations:


Alte Helden neue aufgelegt:

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