Bernd Alois Zimmermann kannte keine Hierarchien zwischen alter und neuer Musik, zwischen Hochkultur und Pop, zwischen Musik aus Europa und den – von Köln aus betrachtet – entlegensten Zipfeln der Welt.

Mit  Johannes Zink

Mit „Musikkulturen“ hat sich Zimmermann nicht nur in seinen angewandten Stücken beschäftigt. Volksmusik – vorzugsweise rheinischer Provenienz, aber auch aus Südamerika – findet sich in seinen Haupt- wie Nebenwerken. Der studierte Schulmusiker hat sie in Chorsätzen, in Kantaten oder Potpourris originell arrangiert oder für großes Orchester variiert. Seine Rheinischen Kirmestänze haben längst Kultstatus.
Eine ausgeprägte Affinität entwickelte Zimmermann für den Jazz. Davon künden viele seiner Werke ab Mitte der 1950 Jahre. Allen voran das Trompetenkonzert Nobody knows de trouble I see, die Hörspielmusik „Die Befristeten“ und die späten Orchesterskizzen „Stille und Umkehr“, die von einem Bluesrhythmus – gespielt von einem Jazzschlagzeuger – grundiert werden. Jazzidiom klingt in vielen seiner Werke an prominenter Stelle an: In der Musique pour les soupers du roi Ubu, dem Concerto en forme de pas de trois, dem „Requiem für einen jungen Dichter“ wie auch in seiner Oper „Die Soldaten“.

© WDR  3, Jazz & World, 20.3.2018

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