Ein Gespräch über die Faszination von Schrottplätzen, den Klang von Berlin, 40 Jahre Einstürzende Neubauten und das neue Album „Alles in allem“.

Sehr ausführliches Interview und für Blixas Verhältnisse ist er sogar sehr gesprächig! radiohoerer

Blixa Bargeld im Interview mit Daniel Schieferdecker

Die Geräuschkulisse durch das Geschwätz der anderen Gäste ist beachtlich, dennoch ist jedes von Bargelds Worten klar zu verstehen. Mit einer ungeahnten Wucht und Dringlichkeit bahnen sich seine Sätze ihren Weg, nicht willens, einfach ungehört im Umgebungslärm zu verklingen. Aber schließlich singt und schreit und säuselt er als Frontmann der Einstürzenden Neubauten seit nunmehr vier Dekaden erfolgreich gegen alles an, was sich ihm in den Weg stellt: gegen konventionelle Hörgewohnheiten, gegen den etablierten Musikkulturbetrieb und gegen die zuweilen atonalen Klangstrategien seiner musikalischen Mitstreiter. Am 15. Mai erschien nun, nach zwölf langen Jahren, mit „Alles in allem“ endlich ein neues Studioalbum der Einstürzenden Neubauten. Ein perfekter Anlass, um bei Vino und Pasta das Gespräch zu suchen – über „Alles in allem“ und noch viel mehr.

Blixa Bargeld, Sie begehen dieses Jahr das 40-jährige Bestehen der Einstürzenden Neubauten. Feiern Sie das?

Feiern wäre übertrieben, aber wir sind uns dessen bewusst. Das ist aber kein großes Thema bei uns und auch nicht der Grund für die Veröffentlichung der neuen Platte.

Derlei Jubiläen bedeuten Ihnen also nichts?

Nur insofern, als dass ich mich dann noch ein bisschen älter fühle.

Nutzen Sie solche Anlässe auch nicht, um mal zurückzublicken?

Außer in Arbeitssituationen wie jetzt, wo ich mich konkret mit den Stücken auseinandersetzen muss, höre ich unsere eigenen Sachen nie. Es passiert selten, dass mich die Laune mal dermaßen umtreibt, dass ich nichts anderes hören möchte. Das geht ja vielen anderen Leuten auch so – selbst denen, die unsere Musik mögen. Die Einstürzenden Neubauten machen einfach keine Alltagsmusik.

Was hören Sie denn privat? Oder sind Sie froh, wenn mal Ruhe herrscht?

Doch, ich höre Musik – aber viel weniger als die anderen. In der Popmusik bin ich aber komplett unwissend. Sie können mir irgendeinen Namen hinwerfen und sich sicher sein: Ich habe den nie gehört. Nur Billie Eilish kenne ich – weil meiner Tochter das gefällt. Und ich find’s nicht mal schlecht….

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© Berliner Zeitung, Kultur, 16.5.2020

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