„Beim heiligen John Coltrane“ Die Apostel des Sounds in San Francisco

Jazz-Freunde verehren ihn: den Musiker John Coltrane. Bei einigen Amerikanern geht die Verehrung so weit, dass sie in Coltrane einen Heiligen sehen. In San Francisco gibt es die Saint John Coltrane Church. Eine Gemeinde, die zugleich musikalisch und ausgesprochen politisch ist.

Von Sven Töniges

Sonntagmorgen in der Western Addition, einem Viertel im Herzen von San Francisco. Das Harlem des Westens wurde dieser Stadtteil lange genannt. Heute prägen Geschäftshäuser das Bild. Aus einem Erdgeschoss strömt der Duft von Weihrauch, der gerade verbrennt.

Und ein merkwürdiges Musikinstrument ist zu hören: Erzbischof Franzo Wayne King, Oberhaupt und Mitbegründer der Saint John Coltrane African Orthodox Church, bläst in ein Muschelhorn: Etwa ein Dutzend Gemeindemitglieder ist an diesem Sonntag hier zum Gottesdienst gekommen. Dazu einige Zaungäste. Es sind offenbar Touristen aus Haight-Ashbury, ein paar Blocks entfernt, dem Viertel, das durch die Beatnik- und Hippie-Bewegung berühmt wurde. An diese Laufkundschaft richtet sich Archbishop Franzo King nun zu Beginn der Liturgie mit einigen Klarstellungen….

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© Deutschlandfunk, Aus Religion und Gesellschaft, 6.6.2018

4 Replies to “„Beim heiligen John Coltrane“ Die Apostel des Sounds in San Francisco

  1. Danke, Clemens – ich wollte schon schreiben, dass es bislang an mir vorbei ging… aber das Album kommt ja erst! 🙂

    Erst gestern traf ich bei Zardoz (Plattenladen in Hamburg) einen Arbeitskollegen, den ich eher für einen Metalfan hielt, und der dann meinte, „Olé“ sei seine Lieblingsplatte von Coltrane. Das hatte ich nicht erwartet, ich hätte eher sowas wie „Blue Train“ getippt, wenn überhaupt!

    Diese neue Scheibe klingt spannend, gibt es doch gerade aus den Jahren 1962 und 63 nicht soviel Coltrane-Material, v. a. „Live at Birdland“ und „Coltrane“ (und die in der NY Times genannten eher kommerziellen Sachen mit Hartman und Ellington, und Ballads).

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