1981 besuchte der unheilbar an Krebs erkrankte Bob Marley die Klinik des Ganzheitstherapeuten Dr. Issels in Rottach-Egern. Wenige Zeit später war er tot. Das befeuert auch heute noch Verschwörungstheorien. Eine Sendung aus dem Jahr 2007 zum 75. Geburtstag von Bob Marley am 6. Februar 2020.

Bayern ist sehr musikalisch. Ist die Stimmung gut, gibt’s Blasmusik, bei Föhn bläst alles den Blues. Aber auch Rap und Reggae erfreuen sich großer Beliebtheit. Hans Söllner, der legendäre Alpen-Rastaman, besitzt seit Jahren eine ebenso große wie treue CSU-Fangemeinde.

Inspirationen holt er sich regelmäßig auf einer Insel: „the island in the sun“ – Jamaika. Er kann’s sich leisten, er kommt aus Bad Reichenhall.

Jamaika-Urlauber aus Rottach-Egern hingegen tun sicherlich gut daran, ihren idyllischen Heimatort zu verschweigen. Rottach-Egern besitzt nämlich auf der karibischen Reggae-Insel keinen allzu guten Klang. Grund: Ganzheitstherapeut Dr. Issels therapierte 1981 im schönen Rottach-Egern den „King of Reggae“ zu Tode. Sagen jedenfalls die Konspirationstheoretiker unter den Marley-Fans. Tatsache ist, dass der Musiker bereits unheilbar krank an den Tegernsee kam. Tatsache ist aber auch, dass er in die Methoden des Promi-Krebs-Arztes Issels große Hoffnungen setzte.

Marleys letzte Lebenswochen in Bayern waren der blanke Horror für den Musiker. Durch die Chemotherapie verlor er unter anderem seine Dreadlocks, was für einen gläubigen Rastafarian eine Katastrophe darstellt. In Jamaika ist man deshalb überzeugt, dass Bayern das Land des Todes sei. Am 8. Mai 1981 beschloss Marley, die Therapie abzubrechen und nach Jamaika zurückzukehren. Er sollte sein Heimatland nie mehr erreichen.

Thomas Kernert inszeniert ein Melodrama mit internationaler Starbesetzung vor herrlicher Bergkulisse.

© Bayern 2 , Bayerisches Feuilleton , 9.2.2020

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