Die Schiffbrüchigen von Hiddensee kennt man aus Lutz Seilers Roman „Kruso“: Esskaas nennt er sie, abgekürzt für Saisonkräfte. Jene vom DDR-Dasein auf die Insel Ge- und Vertriebenen, die in den 80er-Jahren, Bier und Eis verkaufend, kochend, kellnernd, spülend, Rimbaud lesend, dem Elend des eingeschlossenen Festlandes entrinnen wollten.

Von Alexa Hennings

Alexa Hennings reist, „Kruso“ im Gepäck, 30 Jahre später auf die Insel und trifft die alten Esskaas: So wie der Kruso im Buch hat Hilfskellner Gurke Nachtquartiere für Leute besorgt, die eigentlich gar nicht auf der Insel sein durften.

Torsten, der vom Inselblau berauschte Maler, kann sich noch immer kein Haus, nur eine Gartenhütte auf Hiddensee leisten. Und Marion, die Germanistin, putzt wie früher schon, aber macht nun auch Führungen „Hiddensee und die DDR“.

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© Deutschlandfunk, Freistil, 20.5.2018

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