Sie öffnet die Seele und lässt über die Kunst des Flamencos ganz Spanien weinen. Mayte Martín aus Barcelona ist die ungekrönte Königin dieser andalusischen Volkskunst.

Mit Cecilia Aguirre

Bei der spanischen Flamencosängerin Mayte Martín begann alles mit Stars der Ópera Flamenca der Fünfziger Jahre wie Juanito Valderrama oder Pepe Pinto. Aus Zeiten, in denen der Flamenco noch als glitzernde Kulisse für spanische B-Movies herhielt. Schon früh löste sich die großartige Technikerin von der Scheinwelt des Flamencoglamours und lernte von den großen Cante Jondo-Sängern Camarón de la Isla oder Antonio Mairena. Aber ihr eigentliches Vorbild ist bis heute La Niña de los Peines, deren melismatische Gesangsspiralen sie perfekt nachzuahmen versteht. Technik mit Herz zu verbinden, das ist die Meisterschaft sowohl der Niña de los Peines als auch Mayte Martíns. Den kreativen Prozess des Flamenco-Gesangs vergleicht die zur Spitze ihres Genres gehörende Sängerin mit dem Restaurieren von Häusern: er besteht sowohl in der Neuschöpfung als auch im Konservieren überlieferter Strukturen. Das ist eine sehr unterhaltsame, aber auch diffizile Angelegenheit.

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© WDR 3, Jazz & World, 20.2.2019

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