Er war eine Institution im deutschen Jazz: der im Februar dieses Jahres verstorbene Pianist und Radiomacher Michael Naura. Jahrzehntelang hat er die deutsche Jazzlandschaft mitgestaltet, zunächst als Musiker, dann auch als Jazzredakteur und Initiator von Jazzworkshops.

Mit Bert Noglik

Michael Naura zählte zu den ersten Musikern hierzulande, die sich bereits Anfang der fünfziger Jahre modernen Spielformen des Jazz zuwandten. Sein Quintett mit dem Vibraphonisten Wolfgang Schlüter genoss Kultstatus und fand seine Heimat in den Jazzkellern – eine aufreibende Tätigkeit, bei der Michael Naura seine Gesundheit ruinierte. Nach einem Zusammenbruch war der Pianist ab Mitte der sechziger Jahre wieder auf der Szene präsent, oft gemeinsam mit dem Dichter Peter Rühmkorf. Von 1971 bis 1999 leitete er die Jazzredaktion des Norddeutschen Rundfunks. Neben seinen musikalischen Aktivitäten trat Michael Naura auch als scharfzüngiger Autor hervor.


© WDR 3, Jazz & World, 2.6.2017

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