Auf dem Jazzfest Berlin 2019 präsentierte Anthony Braxton eine Komposition für 60 Musikerinnen und Musiker, die sich in wechselnden Konstellationen durch den Gropius-Bau bewegten. Gemeinsam mit James Fei hat er den Mitschnitt zu einer Radiokomposition verdichtet.

Die Arbeit von Anthony Braxton passt in keine Schublade: Jazz, Neue Musik, Freie Improvisation, Philosophie und soziales Engagement sind nur einige Stränge im Schaffen des US-Amerikaners. Eine Synthese daraus bildet die Komposition „Sonic Genome“. Für die Aufführung zur Eröffnung des Berliner Jazzfests am 31. Oktober 2019 bewegten sich 60 Musikerinnen und Musiker aus unterschiedlichen Ensembles durch den Martin-Gropius-Bau. Sechs Stunden lang navigierten sie nach dem Prinzip von Braxtons Improvisationssprache „Ghost Trance Music“ durch hunderte seiner Werke. Wie in einem lebendigen Organismus spalteten sich die Gruppen auf, ließen sich durch den Raum treiben und schlossen sich in anderen Besetzungen wieder zusammen.
Den Mitschnitt des Abends hat Braxton gemeinsam mit James Fei zu einer 50-minütigen Radiokomposition verdichtet.

Radiokomposition in Flac:

Zum Beitrag und zum Audiostream

„Sonic Genome“ Von Anthony Braxton
Mit: Andromeda Mega Express Orchestra, Trickster Orchestra, KIM Collective, Australian Art Orchestra u.a.
Musikalische Leitung: Anthony Braxton, James Fei, Chris Jonas
Ton: Tjark Völker
Mischung: James Fei
Produktion: Jazzfest Berlin / Deutschlandfunk Kultur / ARD / Tri-Centric Foundation 2019-20
Länge: ca. 50‘ (Ursendung)

Anthony Braxton, geboren 1945 in Chicago, ist Komponist und Multi-Instrumentalist. Er begann seine Laufbahn bei der Association for the Advancement of Creative Musicians (AACM). In den 1970er und 80er Jahren galten seine Kleinformationen und Saxofon-Soli als wegweisend für den Creative Jazz. Parallel experimentierte er mit Frühformen der Computermusik. Ab den 1990er Jahren komponierte er auch für größere Ensembles. 1990- 2013 war er Professor an der Wesleyan University. Seine Musikphilosophie veröffentlichte er unter dem Titel „Tri-Axium-Writings“.

© Deutschlandfunk Kultur, Klangkunst, 24.7.2020

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