„Auch Musiker müssen Menschen mehr lieben als Musik.“ Nicolaus A. Huber, der dies 1972 geäußert hat, ist ein Komponist, der ästhetisch durchleuchtet: den und die Menschen, seine/ihre Wahrnehmung von Musik sowie die Geschichte(n) und das Wesen der Musik selbst. Von Stefan Fricke.

Zentrale Aspekte der Musik von Nicolaus A. Huber (*1939), der u.a. bei Luigi Nono in Venedig studiert hat, sind die Reflexion über die musikalische Tradition und das Verändern gewohnter Hörhaltungen des Publikums, indem Vertrautes allmählich deformiert und destruiert wird. Dazu, auch um den Nahbereich der Zuhörenden zu erreichen, integriert er in seine Werke inhaltlich bedeutsame und (wieder)erkennbare Materialien. Huber, der seit den 1970er Jahren in Essen lebt, hat mehrfach mit dem hr-Sinfonieorchester zusammengearbeitet.

Playlist:

„Spektrale“ (1964) für Klavier
Catherine Vickers, Klavier
(Aufnahme: Studioproduktion, hr-Sendesaal in Frankfurt, April 1997)

„Parusie“ – Annäherung und Entfernung (1967) für großes Orchester und Tonband
hr-Sinfonieorchester
Leitung: Hermann Michael
(Aufnahme: Studioproduktion, hr-Sendesaal in Frankfurt, 29. August 1968)

„La force du vertige“ (1985) für Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier (mit Schlagzeug)
Ensemble Neue Musik Frankfurt
Leitung: Lothar Lämmer
(Aufnahme: Städel Museum in Frankfurt, 5. November 1986)

„En face d’en face“ (1994) für großes Orchester und Tonband
hr-Sinfonieorchester
Leitung: Friedrich Goldmann
(Aufnahme: hr-Sendesaal in Frankfurt, 20. Februar 1998)

„Modell im Rückspiegel“ (1998) für großes Orchester
hr-Sinfonieorchester
Leitung: Pascal Rophé
(Aufnahme: hr-Sendesaal in Frankfurt, 4. März 2005)

„Die Leber des Prometheus“ (2004) für Sopran, Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier
Carola Schlüter, Sopran
Ensemble Phorminx
(Aufnahme: hr-Sendesaal in Frankfurt, Juni 2006)

© HR 2, Konzertsaal, 9.7.2020

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