Bach oder Brahms scheinen sie weniger zu reizen. Altmeister der Musique concrète  wie Pierre Henry oder Luc Ferrari haben sich gern an Beethoven abgearbeitet.

Auch spätere Generationen von Elektroakustikern und Digitalmusikern kommen offenbar nicht an Beethoven vorbei:  Alle Beethovensymphonien in neuneinhalb Minuten? Dem Komponisten Harald Muenz geht es nicht um einen Hochkultur-to-go-Service. Seine im Jahr 2000 entstandene Tonbandkomposition „BeethovenEnBloc“  ist zum einen eine Kampfansage an den großen abendländischen Tonkunst-Mythos, zum anderen ein raffiniertes neunschichtiges Spiel mit den Möglichkeiten der Klangbearbeitung von Spreizung bis Stauchung.

Die französischen Kollegen Matthieu Bonilla und Sébastien Roux bauen mit Instrumentalsamples und Insektenklängen Beethovens sogenanntes Harfenquartett op. 74 nach. Quatuor hält sich streng an die Formprinzipien des Beethoven-Originals, bewegt sich aber auf der Sound-Ebene in anderen Galaxien. 

Auf die Spur von Beethovens Ohrenleiden machte sich die amerikanische Performerin und Komponistin Pauline Oliveros in der halligen Akustik des Bonner Kunstvereins, wo John Baldessaris RaumKlangInstallation „music“ mit riesigen Hörorganen während des Beethovenfestes 2007 installiert war. In Begleitung der „deep listening“-Sprachakrobatin IONE, bewegte sich die Akkordeonistin Oliveros zwischen Urschrei und Stille in diesem assoziationsreichen Hör-Raum.


http://xb187.xb1.serverdomain.org/radio/musik/Beethoven-Echos.mp3
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© WDR 3, Open Sounds, 19.12.2020

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