Das ist Marlui Mirandas Lebensinhalt: das Zusammensein und das Musikmachen mit den verschiedenen Gruppen der Ureinwohner Brasiliens. Schon seit vielen Jahren singt die brasilianische Künstlerin keine portugiesisch-sprachigen Lieder mehr, denn sie widmet sich ausschließlich den Gesängen dieser Völker.

Mit Babette Michel

In Brasilien leben von einst über fünf Millionen Ureinwohnern heute nur noch etwa 900.000 in etwa 250 ethnischen Gruppen in zum Teil unzugänglichen Gebieten. Von ihrer Kultur ist bisher wenig bekannt, und viele der Ureinwohner-Völker sind seit dem Eindringen bewaffneter Goldgräber, Holzfäller, Siedler und Bergbaufirmen vom Aussterben bedroht. Marlui Miranda lebt mit ihnen, in den Dörfern der Indios hat sie gelernt, ihre Lieder zu singen: Lieder, die die Ernte und den Hausbau begleiten, schamanistische Lieder, Heilgesänge, Liebeslieder. Sie erforscht und adaptiert ihre musikalischen Traditionen, kämpft für ihren Erhalt. Sie hat mit Indios Adaptionen europäischer Opernmusik erarbeitet und unterstützt sie bei der Bewahrung ihrer Musik und beim Experimentieren mit der Musik der Weißen. Mit alldem hat sich Marlui Miranda großen Respekt sowohl in den indianischen Dörfern als auch in der internationalen Öffentlichkeit erworben.

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© WDR 3, Jazz & World, 12.7.2017

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