Allstar-Projekt Elegiac: Strafjazz mit Hupe und Stechapfel

Brülltier Ted Milton vom Jazzpunk-Trio Blurt und Graham Lewis von den Postpunk-Säulenheiligen Wire produzierten mit dem Elektroniker Sam Britton ein frisches, aufregendes Album. Von Christian Schachinger.

Erst einmal kriecht im Stück One Two von Elegiac, dieser musikalischen Unternehmung zweier alter Heroen der New-Wave-Zeit, Ted Milton mit genüsslich-sardonischer Stimme in dein Ohr. Der gnadenlose Saxofonist und dadaistisch mit ganzem Körpereinsatz agierende Vortragskünstler des Psychofunk-, Strafjazz- und Schredderpunk-Trios Blurt (My Mother Was a Friend of an Enemy of the People oder Live in Berlin von 1981) raunt ein dunkles böses Poem.

Dieses sehr modern und kräftig ausgefallene Album von Elegiac wurde von Bandbaby und „forty-something“ Sam Britton kuratiert. Er brachte mit seiner Jugend und Kenntnissen in heutiger Unterhaltungselektronik frischen Wind in die immergrüne Altersrenitenz. Man sagt es ungern, aber: Hier ist man froh, dass die Ruhensbestimmungen nicht eingehalten werden. 



© Der Standard, Kultur, Musik, 31.3.2021

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