1967: The Making of „Nefertiti“ Mit Karl Lippegaus

Das Miles Davis Quintet mit Wayne Shorter, Herbie Hancock, Ron Carter und Tony Williams. Die Gruppe hielt drei Jahre, von 1965-68, und wurde bekannt als das zweite große Miles Davis Quintet. Als Miles nach langer Suche für John Coltrane einen Nachfolger in Wayne Shorter gefunden hatte, avancierte jener zum wichtigsten Themenschreiber der Band.

mit Karl Lippegaus

Ab 1965 steuerte Shorter die dreizehn Kompositionen zu den Studioalben der Band bei, die den Kurs der Musik maßgeblich veränderten. Die radikale Modernität dieser Musik ist noch heute spürbar, ihre Wirkung ungebrochen. „Nefertiti“ – im Titel eine Hommage an die legendäre ägyptische Königin Nofratete – ist charakterisiert durch permanenten Rollentausch, das ständige Hinterfragen herkömmlicher Regeln der Interaktion und den Vorstoß ins Unbekannte. „Nefertiti“ war das letzte „akustische“ Album von Miles Davis und wird zu den 100 Meisterwerken des Jazz gezählt, bevor Miles mit E-Pianos, E- Gitarren und E-Bässen auf einen radikal neuen Sound umschwenkte. Sogar die Proben zu diesem Meisterwerk sind von großem Interesse. Kürzlich aufgetauchtes Audiomaterial aus den Archiven von Columbia unterstreicht den Rang von Miles Davis als großer Bandleader, Gestalter und Plattenkünstler.

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© WDR 3, Jazz & World, 6.6.2017

2 Replies to “1967: The Making of „Nefertiti“ Mit Karl Lippegaus

  1. Ich habe so den Eindruck, daß „Nefertiti“ ein bißchen arg im Schatten z.B. von „In a silent way“ steht. Klar, letztgenanntes Album gilt zu Recht als der Höhepunkt des zweiten Miles Davis Quintets (obwohl hier das Original-Line-up bereits aufgebrochen bzw. erweitert wurde), aber „Nefertiti“ oder auch „Filles de Kilimanjaro“ zeigen sehr schön den konsequenten Weg dorthin. Große Musik im steten Wandel einer spannenden Jazz-Zeit…

    1. „In a Silent Way“ finde ich nicht so toll. Da sind mir deine genannten lieber.
      Aber das ist ja so eine Sache bei Miles Davis. Was ist mit den Aufnahmen mit Gil Evans ? „Porgy and Bess“ „Quiet Nights“ oder gar „Sketches of Spain“. Wo fängt man da an ? Was ist wichtiger ? Für mich werden diese Produktion mit Gil Evans immer bedeutender. Bei diesen Output von Miles und den ganzen was jetzt noch veröffentlicht wird. Worauf dann der Focus liegt, ist eher eine Sache des Hörers. Und sein Werdegang ist ohne zweifel ohne Beispiel ! Und was wird nicht alles ausgegraben werden …. Von Miles Davis wurde nach seinen Tod mehr veröffentlicht, als zu Lebzeiten !

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