„Stellen wir uns vor, wir wären alle Pferde“ Die Surrealistin Leonora Carrington

Die surrealistische Malerin und Schriftstellerin Leonora Carrington war Tochter aus reichem englischen Haus, aufmüpfig, schön und begabt. Ihre Bilder sind auf dem Kunstmarkt begehrt und teuer. Sie war die große Liebe von Max Ernst, und sie war – wie sein Sohn sich erinnerte: „die schönste Frau, die ich je gesehen habe“.

Von Manuela Reichart

Als 20jährige wird Leonora Carrington vom viel älteren Malerfürsten in die Kunst eingeführt, lebt mit ihm in Frankreich und wird verrückt, als er Anfang des zweiten Weltkriegs deportiert wird. Über ihre Psychiatrie-Erfahrung hat sie einen eindrucksvollen Bericht geschrieben, Jahre später dann einen surrealen, genuin feministischen Roman über alte Frauen und das Ende einer männlich geprägten Menschheit. Seit den 1940er Jahren lebte die 1917 geborene Malerin und Schriftstellerin, die 2010 starb, in Mexiko City. Einer Surrealistin wie ihr gilt das Gedenken zum 101. Geburtstag, denn runde Geburtstage waren ihr ebenso verhasst wie folgsame Frauen und spießige Debütantinnenbälle.

© WDR 3, Kulturfeature, 8.4.2018

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