Hörspiel: Die Nacht zum 21. Jahrhundert oder Aus dem Leben eines alten Mannes Von Raymond Federman

Ein alter Mann wartet auf seine Deportation in die Raumkolonie. Es ist der Sylvesterabend 1999. Warum trifft es gerade ihn? Mit seinen Freunden Moinous und Namredef durchforstet er sein Leben, geht die biografischen Stationen durch, Ereignisse und Begegnungen: Kindheit in Paris, Flucht vor den Nazis, Ermordung seiner Familie, Rückkehr nach Deutschland. Er resümiert: „Die Zeit verrinnt und wir sind noch kein Stück vorangekommen“.

Raymond Federman umkreist in all seinen Werken die zentralen Ereignisse seines Lebens: „Man macht eine interessante Entdeckung, wenn man sein eigenes Leben fiktionalisiert: Bei diesem Prozeß entdeckt man seine eigene Ästhetik, und in meinem Fall beruht sie auf der Tatsache, dass es keinen Unterschied gibt zwischen dem Wirklichen und dem Fiktiven, zwischen Tatsache und Vorstellung“.


Die Nacht zum 21. Jahrhundert oder Aus dem Leben eines alten Mannes
Von Raymond Federman
Übersetzung: Gerhard Effertz
Bearbeitung: Peter Torberg
Regie: Hans Gerd Krogmann
Mit: Bruno Ganz, Michael Habeck, Michael Thomas, Alois Garg, Ulrike Bliefert
Ton: Hans Schmid, Uta von Reeken
Produktion: BR/SR 1989

Raymond Federman ist 1928 bei Paris geboren. Seine Familie wurde in Auschwitz ermordet, er blieb als einziger am Leben. 1947 emigrierte er in die USA, war Fallschirmspringer im Koreakrieg, arbeitete als Jazz-Saxophonist, studierte und wurde Schriftsteller, Kritiker und Professor für Literaturwissenschaft an der State University of New York in Buffalo. Nach „Die Nacht zum 21. Jahrhundert“ (BR/SR 1989) entstand Federmans zweites Hörspiel „Die Stimme im Schrank“ (BR/SR 1990) als Romanadaption – wie die meisten seiner Hörspiele. Deutschlandradio produzierte von ihm die Stücke: „Der Abgrund“ (1997), „Die Farm“ (2005) und „My body in 9 parts“ (2008), das mit dem Prix Italia ausgezeichnet wurde. Raymond Federman starb 2009 in Kalifornien.

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