Hörfunktipps KW 51 Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova

Montag, 18. Dezember 2017

Musik-Panorama · 21.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

3. Raderbergkonzert 2017/18

Werke von Claude Debussy, Henriette Renié, Toshio Hosokawa, Joseph Haydn und André Caplet

Agnès Clément, Harfe

Doric String Quartet

Grazil, schillernd, zupackend oder klangfüllig warm – die Harfenistin Agnès Clément kennt das enorme Potenzial ihres Instruments sehr genau. Schon im Studium gewann die 1990 in der Auvergne geborene Musikerin Preise bei internationalen Wettbewerben. 2016 folgte der 1. Preis beim ARD-Musikwettbewerb in München. Seit vier Jahren ist Agnès Clément Soloharfenistin im Opernorchester von Brüssel, gibt Meisterkurse und tritt außerdem leidenschaftlich gern in Kammermusikkonzerten auf. Etwa mit ihrer Schwester Hélène Clément, Bratschistin im Doric String Quartet.

 

Freispiel · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Wasserstoffbrennen

Hörspiel von Leon Engler

Regie: Christine Nagel

DKultur 2016/54‘20

Wir erzählen euch eine Geschichte. Eigentlich sind es 18 Geschichten. Er heißt Nico. Sie heißt Mascha. So weit so gut. Er nimmt sie in den Arm und drückt sie ganz fest an sich. Eine Stunde bleiben Mascha und Nico so stehen. Und für eine Stunde in ihrem Leben vergessen sie, wo sie sind, sie vergessen, wie spät es ist, sie vergessen, wie kalt es ist, sie vergessen, dass irgendwas zwischen ihnen ist. Nennen wir es Luft, Moleküle, Atomhüllen, Atomkerne, Elementarteilchen.

 

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Wenn die Gemeinschaft über dem Individuum steht

Tschetschenen in Deutschland

Von Ute Zauft

Familie ist wie die Luft zum Atmen, sagt eine Tschetschenin, die mit ihren acht Kindern seit fast sieben Jahren in Deutschland lebt. Doch was ist, wenn just die Familie die Luft zum Atmen nimmt? Die junge Tschetschenin Deshi versucht, ihr Leben so zu leben, wie sie will: Sie wohnt allein, will selbst entscheiden, ob sie heiratet, und trifft sich, mit wem sie will. Aber öffentlich reden will sie darüber nicht. Denn in der tschetschenischen Gemeinschaft ist für Frauen ein selbstbestimmtes Leben, ein Leben ohne Mann nicht vorgesehen – und: Wenn die junge Frau damit zu offen umgeht, habe das nicht nur Auswirkungen auf sie selbst, sondern auch auf ihre gesamte Familie. Ein Feature über fremdbestimmte Leben in einer von Individualismus geprägten Umgebung.

 

Dienstag, 19. Dezember 2017

Sprechstunde · 10.10 – 11.30 Uhr · Deutschlandfunk

Prothesen und Orthesen

Technische Hilfen für Versehrte und Verletzte

Gesprächsgäste: Prof. Bernhard Greitemann, Ärztlicher Direktor der Klinik Münsterland am Reha-Klinikum Bad Rothenfelde, und Dr. Hans Dietl, Leiter der Forschungsabteilung der Otto Bock Healthcare, Wien

Am Mikrofon: Carsten Schroeder

Hörertel.: 0 08 00-44 64  44 64

sprechstunde@deutschlandfunk.de

Noch vor wenigen Jahrzehnten schnallten sich Arm- und Beinamputierte Holzstöcke mit einfachen Hand- und Fußnachbildungen an die Stümpfe, um zumindest ein wenig Mobilität zurückzugewinnen. Heute sind Orthesen und Prothesen technisch so ausgereift, dass sie fehlende Körperteile fast perfekt ersetzen. Möglich machen diese Leistungen neue Materialien und Computersteuerungen, die einen großen Teil der beim Gehen und Greifen notwendigen Hirnleistung ersetzen.

Das Feature · 19.15 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk

Der Familienausflug oder Kalte Tage in Pinsk

Die wahre Geschichte der Lila Binenstzok

Von Christoph Goldmann und Leif Karpe

DLF 2015

Alfredo Syrkis war in seinem ersten Leben Bankräuber und Botschaftsentführer. Heute ist er ein bekannter brasilianischer Politiker. Seine Mutter, Liliana Syrkis, war in ihrem zweiten Leben Modeschöpferin in Rios Swinging Sixties. In ihrem ersten Leben war sie Lila Binenstzok, ein Mädchen, das der Vernichtung durch die deutsche Wehrmacht 1941 in ihrer Heimatstadt Pinsk nur entging, weil sie zwei Jahre zuvor von der russischen Armee als jüdische Intelligenzija nach Sibirien deportiert worden war. Als Geschenk zum 90. Geburtstag lud Alfredo Syrkis seine Mutter zu einer Reise nach Pinsk und Warschau ein. Undercover, als Familienausflug getarnt, engagiert er ausgerechnet ein deutsches Filmteam, das die Reise als Familienmitglieder dokumentieren soll.

 

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Lesezeit · 20.30 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Jackie Thomae liest ihre Geschichte ,Cleanster’

Mitschnitt vom Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt 2017

Hart, komisch, traurig, wahr: Jackie Thomae schreibt unromantische Komödien über Liebe, Familie, Arbeit und städtischen Alltag heute. Und meist über Menschen in Nöten. Das hat sie in ihrem außergewöhnlichen Erzählband ,Momente der Klarheit‘ getan, der 2015 im Verlag Hanser Berlin erschien. Und nahtlos daran an knüpft ihre Geschichte ,Cleanster‘, die sie in diesem Jahr beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt vorgelesen hat. Putzen ist das Thema, als urbane Dienstleistung 2.0. Eine Erzählung, so hart und komisch wie das moderne Leben, unromantisch und doch voll Empathie. Sie hören die Lesung vom Klagenfurter Wettbewerb.

Kakadu. Musiktag · 15.05 – 15.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Wo kommen die Weihnachtslieder her?

Von Christine Mellich

Heiligabend ist der Abend, auf den man sich das ganze Jahr über freut. Heiligabend ist der Abend, an dem man es vor Aufregung und Vorfreude fast nicht aushält, die Geschenke zu verteilen und auszupacken. Und jedes Jahr werden Weihnachtslieder gesungen, in der Kirche, zu Hause. Die Weihnachtslieder gehören zu Weihnachten wie der Stern über dem Stall. Aber woher kommen diese Lieder eigentlich? Wer hat sie sich ausgedacht?

 

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Marktplatz · 10.10 – 11.30 Uhr · Deutschlandfunk

Komm, lass uns wischen

Tipps zum Medienkonsum von Kleinkindern

Am Mikrofon: Eva Bahner

Hörertel.: 0 08 00-44 64  44 64

marktplatz@deutschlandfunk.de

Früher war es das Sandmännchen im Fernsehen, das kleine Kinder begeisterte. Heute gibt es unzählige Serienhelden und Filme, die im Netz jederzeit verfügbar sind. Dazu kommen die Kinder-Apps: Auf dem Tablet oder Smartphone können die Kleinen Bauklötze stapeln, Figuren zusammenbauen, malen oder Bilderbücher anschauen, und zwar ganz selbstständig. Es wird gewischt, was das Zeug hält. Laut einer Studie der Bundesregierung nutzen 70 Prozent der Kinder im Kita-Alter das Smartphone ihrer Eltern mehr als eine halbe Stunde täglich. Über die Risiken und Chancen der Digitalisierung im Kinderzimmer diskutieren Experten und Expertinnen mit Eva Bahner Ihre und unsere Fragen.

Neue Musik · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Orgelfestival Kassel St. Martin

Werke von Györgi Ligeti, Christian Wolff und Sergej Newski

Eckhard Manz, Orgel

Mit der neuen Orgel von St. Martin in Kassel wurde Pfingstsonntag dieses Jahres eines der faszinierendsten Musikinstrumente Deutschlands eingeweiht, das allein durch seine äußere Erscheinung begeistert. Gemeinsam mit dem Architekten Ivar Heggheim hat der norwegische Künstler Yngve Holen einen Entwurf realisiert, dessen skulpturale Leichtigkeit mit dem Reichtum der Klangfarben konkurrieren kann. Mit über 5.657 Pfeifen gehört die Orgel nicht nur zu den größten Instrumenten Deutschlands, sie verfügt auch über ein vierteltöniges Manual und diverse Perkussion-Register. Von der Aufgabe gereizt, ein Instrument zu entwickeln, das den Herausforderungen moderner Partituren gerecht wird, hat die österreichische Orgelbaufirma Rieger fünf Jahre allein mit der Planung zugebracht. Die Einweihung erfolgte standesgemäß mit Ligeti, Messiaen und Bach.

 

Freitag, 22. Dezember 2017

On Stage · 21.05 – 22.00 Uhr · Deutschlandfunk

Zeitreise per Harmoniegesang

Die US-Band Fleet Foxes

rbb-Aufnahme vom 25.6.2017 aus dem Festsaal Kreuzberg, Berlin

Von der Plattensammlung seiner Eltern (echte Hippies) geprägt und inspiriert begann Robin Pecknold im Alter von 14 Jahren, Gitarre zu spielen. Seit 2006 überrascht seine Band Fleet Foxes u.a. mit Harmoniegesang und Klanglandschaften, die in vergangen Zeiten wie der Hippie-Ära ihren Ursprung zu haben scheinen; das Quartett aus Seattle ist in der Jetzt-Zeit enorm erfolgreich. 2008 erscheint sein Debüt, 2011 folgt ‚Helplessness Blues‘ – danach wird es lange still. Umso größer war der Ansturm auf die knapp 400 Karten für ein Konzert, das die Fleet Foxes in Berlin gaben und dort ihr drittes Album vorstellten. Wieder war es eine Zeitreise, die von Harmoniegesang, ungewöhnlichen Songstrukturen und Melodien getragen wurde.

Klangkunst · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Palimpsest – a sound biography

Von Götz Naleppa

Dlf Kultur 2017/48‘58

(Ursendung)

Klänge erwecken unwillkürlich Erinnerungen. Ähnlich einem Palimpsest, auf dem der bereits überschriebene Text urplötzlich wieder sichtbar wird. Verschüttete Erinnerungsschichten werden freigelegt. Diesen Vorgang simuliert der Klangkünstler Götz Naleppa, indem er einen Zufallsgenerator auf sein persönliches Soundarchiv zugreifen lässt: Klangerinnerungen aus 40 Jahren werden zu einer flüchtigen und kaleidoskopischen Gegenwart. Unter Verwendung von zahlreichen Klanggeschenken – dafür dankt Götz Naleppa seinen Freunden, Kollegen und Wegbegleitern.

 

Samstag, 23. Dezember 2017

Klassik-Pop-et cetera · 10.05 – 11.00 Uhr · Deutschlandfunk

Am Mikrofon: Die Sopranistin Anna Lucia Richter

Den ersten Unterricht erhielt Anna Lucia Richter bei der Mutter, die als Sängerin im Kölner Domchor auch Stimmbildung für den berühmten Mädchenchor gab. Dort sang sie viele Jahre, bevor sie in Basel und Köln studierte. Bereits mit Anfang 20 gewann sie internationale Preise. Seitdem jettet Anna Lucia Richter zu Konzerten nach New York und Luzern, London, Tokio und Los Angeles. Sie arbeitet mit Dirigenten wie Riccardo Chailly, Iván Fischer, Paavo Järvi oder Bernard Haitink. An der Seite von Pianist Michael Gees widmet sich Anna Lucia Richter der Lied-Improvisation. Und sie liebt die Herausforderungen auf der Opernbühne. 2016 gewann die Sopranistin den renommierten Borletti-Buitoni-Trust. Der vorläufig jüngste Meilenstein einer Weltkarriere.

Feature · 18.05 – 19.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Ausgepackt – Kreuzberger Jugendliche führen Familiengespräche

Von Massimo Maio und Julia Illmer

Dlf Kultur 2017/ca. 40‘

(Ursendung)

Was wissen Jugendliche über die Migrationsgeschichten ihrer Familien? Über deren Herkunft, die Ankunft, das Früher? Drei Teenager begeben sich mit Mikrofon in die Küchen und Wohnzimmer ihrer Familien. Sie zeichnen Gespräche auf, über das Leben im serbischen Dorf, in der deutschen Asylunterkunft und über den Moment ihrer Geburt. Die Erzählungen der Eltern und Geschwister treffen auf das Berliner Hier und Jetzt der Jugendlichen. Ein Stück über Familie, Beziehungen und Identität.

 

Sonntag, 24. Dezember 2017

Radiobescherung · 18.05 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk

Musikalisches zum Fest

Glanzvolle Musik zum Fest mit weihnachtlichen Klängen und neuen Aufnahmen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal

Ob Sie diesen Abend unterm kerzenhellen Baum im Kreis Ihrer Lieben verbringen oder bequem auf dem Sofa mit einem guten Buch – Musik gehört zu Heiligabend, wie Spekulatius auf den Gabentisch oder das Jesuskind in die Krippe. Wir haben aus diesem Anlass beschwingte und besinnliche Klänge für Sie zusammengestellt. Bekannte Klassiker in neuen Arrangements sind ebenso dabei, wie liturgische Gesänge aus dem 13. Jahrhundert. Und wir lassen viele Aufnahmen Revue passieren, die in diesem Jahr im Deutschlandfunk Kammermusiksaal entstanden sind. Barockes und Kammermusikalisches, Jazziges und Neutönendes machen so den Heiligabend auch musikalisch zu einem besonderen Fest.

Deutschlandrundfahrt · 11.05 – 11.59 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Auf neutralem Boden

Berlin als arabisch-israelischer Begegnungsort

Von Ofer Waldman

In der deutschen Hauptstadt leben Tausende Araber und Israelis. Sie holen ihre Kinder von der gleichen Kita ab, erleben die gleichen Schwierigkeiten mit dem Beamtendeutsch im Bürgeramt. Sie begegnen sich auf der Straße, im nahöstlichen Lebensmittelladen, in der U-Bahn. Es sind Begegnungen, die in der Heimat aufgeladen, ja explosiv sind, zum Teil sogar unmöglich. In Berlin werden sie zur beiläufigen Alltäglichkeit. Zur Normalität. Und auch Paare wie Osama und Jasmin können in Berlin anders leben als in Jerusalem. Er ist Palästinenser, sie israelische Jüdin. Als das Leben für sie in Israel unmöglich wurde, kamen sie in die Stadt, die für sie wie keine andere neutrales Gebiet bedeutet und in der sie sich vorstellen konnten, Alltag zu leben. Heute haben die beiden Mittdreißiger eine 5-jährige Tochter.

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