Hörfunktipps KW 50 Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova

Montag, 11. Dezember 2017

Musik-Panorama · 21.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal

Johann Schelle

‚Actus Musicus auf Weyh-Nachten‘

Kantaten und Geistliche Konzerte zum Weihnachtsfest

Leitung: Michael Alexander Willens

Dass die barocke evangelische Kirchenmusik neben ihren Exponenten Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach noch viele andere bemerkenswerte Komponisten hervorgebracht hat, das ist zwar keine neue Erkenntnis, aber weiterhin lassen sich hier noch wahre Schätze heben. Das weihnachtliche Repertoire hat da naturgemäß besonders glanzvolle Trouvaillen zu bieten. Der Dirigent Michael Alexander Willens stellt das jetzt gemeinsam mit seiner Kölner Akademie in Vokalwerken von Johann Schelle unter Beweis. Schelle schlägt eine Brücke zwischen Früh- und Spätbarock, und das ist auch seinem knapp halbstündigen ‚Actus Musicus auf Weyh-Nachten‘ anzuhören, der einen bedeutenden Platz zwischen der ‚Weihnachtshistorie‘ von Schütz und dem ‚Weihnachtsoratorium‘ von Bach beanspruchen darf.

 

Freispiel · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Ma ville après – Paris danach

Hörspiel von Marie Chartron, Kristel Le Pollotec, Anouschka Trocker

Regie: Anouschka Trocker

Autorenproduktion für rbb/SR 2017/51‘28

„Ich bin der 13. November. Ich bin einfach nicht mehr Julia …“ Am 13. November 2015 starben bei Terroranschlägen des IS in Paris 130 Menschen, 352 wurden verletzt, davon 97 schwer. Die Attacken richteten sich gegen die westliche Lebensweise und Kultur. Novembre 13 hat sich in das Gedächtnis der Franzosen gegraben. Wie lebt man mit der Erfahrung und wie geht man mit der Gefahr um? Drei Autorinnen unternehmen eine akustische Erkundung in Paris.

 

Kriminalhörspiel · 21.30 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Inselgrab

Nach dem Roman von Johan Theorin

Hörspielbearbeitung: Andrea Czesienski

Regie: Götz Naleppa

DKultur 2016/58‘42

Ein Klopfen weckt Gerlof Davidsson in der Nacht. Aufgeregt erzählt ihm der 13-jährige Jonas von einem Geisterschiff voll sterbender Seeleute und einem verrückten alten Mann mit einer Axt. Auf Öland ist Hauptsaison, die Gäste sind gekommen, um Mittsommer zu feiern. Doch einer ist zurückgekehrt, um eine Schuld zu begleichen. Gerlof ahnt, wer der Rückkehrer ist und an wem er sich rächen will.

 

Dienstag, 12. Dezember 2017

Das Feature · 19.15 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk

Die Akten seiner Heiligkeit

Freigabe von Dokumenten des Vatikans über die argentinische Militärdiktatur

Von Gaby Weber

Dlf 2017

Der frühere Erzbischof von Buenos Aires, Jorge Bergoglio, heute Papst Franziskus, hat im Oktober 2016 die Freigabe von Akten über die Rolle der katholischen Kirche während der argentinischen Militärdiktatur angekündigt. Die Amtskirche hatte mit den Generälen zusammengearbeitet, Geistliche gingen in den Folterzentren ein und aus und versuchten, Gefangene zur Reue, das heißt zu einem Geständnis und zum Verrat, zu bewegen. Sie übergaben auch Babys gefangener Regimegegnerinnen an Militärs und deren Vertraute. Einige dieser Geistlichen sind inzwischen verurteilt worden. Bis heute nicht aufgeklärt ist der Tod des Bischofs Enrique Angelelli im August 1976; er hatte sich jahrelang für soziale Gerechtigkeit eingesetzt und die Komplizenschaft des Episkopats mit der Diktatur angeprangert.

Alte Musik · 22.00 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Ein Flame in Florenz

Der Komponist Heinrich Isaac

Von Helga Heyder-Späth

„Quis dabit capiti meo aquam …?“ „Wer wird meinem Haupt Wasser geben? Wer wird meinen Augen einen Tränenquell geben, so dass ich Tag und Nacht weine?“ Heinrich Issac hatte allen Grund, 1492 dieses Trauergedicht auf den Tod des großen Lorenzo de‘ Medici zu vertonen. Dieser berühmte Medici-Spross, den alle Welt Il Magnifico nannte, war ein großer Förderer des Flamen. Er hatte den jungen Isaac als einen der Cantori di S. Giovanni nach Florenz geholt. Auch wenn Isaac später als Komponist und Diener am Hof der Habsburger und damit vor allem nördlich der Alpen Karriere machte, blieb Florenz seine Wahlheimat. Dort starb er 1517.

 

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Spielweisen · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Wortspiel – Das Musik-Gespräch

Der Pianist Michael Korstick über Dmitrij Kabalewskijs

Klaviersonate Nr. 2 es-Moll, op. 45

Große Orchesterwerke, Instrumentalkonzerte, Opern, Kammer- und Klaviermusik hat der russische Komponist Dmitrij Borissowitsch Kabalewskij (1904–1987) komponiert. Drei Klaviersonaten stammen aus seiner Feder. Die ‚2. Sonate‘ komponierte Kabalewskij 1945. Mit einem marschartigen Rhythmus beginnt der erste Satz, der sich nach einem elegischen Teil zu wellenartigen Turbulenzen aufbäumt und in heroischen Siegestönen ausklingt. Wie der Komponist im Detail diesen und die beiden Folgesätze gestaltet, den nachdenklichen und schmerzvollen zweiten Satz und die atemlose Raserei des dritten, das erläutert der Pianist Michael Korstick am Flügel im Deutschlandfunk Kammermusiksaal im Gespräch mit Christoph Schmitz. Anschließend spielt Michael Korstick die Komposition im Zusammenhang.

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

„Prag empfing uns wie Verwandte“

Wie Thomas und Heinrich Mann zu Tschechen wurden

Von Peter Lange

Im Sommer 1936 haben Thomas und Heinrich Mann ein Problem. Thomas Mann, im Exil in der Schweiz, hat keinen gültigen deutschen Pass mehr. Und sobald er sich offen als Nazi-Gegner zu erkennen gibt, muss er mit der Ausbürgerung rechnen. Bei Heinrich Mann, im Exil in Nizza, ist es umgekehrt. Ausgebürgert ist er schon, und demnächst läuft auch sein Pass ab. In dieser Situation kommt ihnen der Textilfabrikant Rudolf Fleischmann aus dem tschechischen Proseč zu Hilfe. Er sorgt dafür, dass der Stadtrat von Proseč den Manns das Heimatrecht zuerkennt, womit sie tschechische Pässe bekommen können. Nach der Okkupation der sogenannten Rest-Tschechei durch die Nazis geraten die Helfer der Manns selbst in Gefahr.

 

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Marktplatz · 10.10 – 11.30 Uhr · Deutschlandfunk

So mein letzter Wille

Richtig vererben

Am Mikrofon: Ursula Mense

Hörertel.: 0 08 00-44 64  44 64

marktplatz@deutschlandfunk.de

Die Wenigsten von uns denken gern darüber nach: Was soll mit meinem Hab und Gut nach meinem Tod geschehen? Zwei Drittel der Deutschen drücken sich vor einem Testament. Sie haben keinerlei Verfügungen darüber getroffen, was mit ihrem Vermögen geschehen soll, wenn sie mal nicht mehr sind. Bei inzwischen über zweieinhalb Billionen Euro, die nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Altersvorsorge bis 2020 vererbt werden, besteht aber dringend Handlungsbedarf. Zumal die gesetzlich geregelte Erbfolge nicht immer verhindert, dass ein Erbe in unerwünschte Hände fällt.

Länderreport · 13.05 – 14.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

U.a. „Köln liegt da, wo ich die Unbekannten kenne“

Heinrich Böll und seine Geburtsstadt

Von Matthias Kußmann

Vor 100 Jahren wurde Heinrich Böll in Köln geboren. Für den Schriftsteller war sie die Stadt der alten Gesichter. Der ‚Länderreport‘ erkundet diese Gesichter und nimmt uns mit auf einen Spaziergang durch die Heimat des Literaturnobelpreisträgers – an der Seite seines Sohnes René Böll.

 

Freitag, 15. Dezember 2017

Milestones – Jazzklassiker · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Lee Konitz

‚The Lee Konitz Duets‘ (1967)

Am Mikrofon: Odilo Clausnitzer

Unter den vielen hörenswerten Alben des bedeutenden Altsaxofonisten Lee Konitz nimmt ‚The Lee Konitz Duets‘ von 1967 einen besonderen Platz ein: Es ist das vielleicht abwechslungsreichste, vielgestaltigste, stilistisch am weitesten gespannte Album, das er veröffentlicht hat. Zugleich ist es eines seiner persönlichsten und intimsten.

Zeitfragen. Literatur · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Gruppenbild mit Dom

Heinrich Böll und seine Heimatstadt Köln

Von Andi Hörmann

Kaum ein Schriftsteller ist im Bewusstsein seiner Leser so sehr mit einer Stadt verbunden wie Heinrich Böll: In Köln wurde er 1917 geboren, hier verbrachte er seine Kindheit und Jugend, nach Köln kam er nach seiner Zeit als Soldat und Kriegsgefangener zurück, begann seine literarische Karriere, die ihm neben dem Nobelpreis auch den Literaturpreis und die Ehrenbürgerschaft der Stadt Köln eintrug. In den Texten von Heinrich Böll finden sich liebevolle und detaillierte Beschreibungen der Kölner Südstadt vor dem Krieg, scharfsichtige Beobachtungen zum Wandel der Stadt und ihrer Bewohner unter den Nazis und intensive Schilderungen der chaotischen Verhältnisse nach dem Ende des Krieges. Und doch blieb das Verhältnis gespalten, auf viele seiner kritischen Äußerungen reagierten die städtischen Institutionen und die Öffentlichkeit ablehnend.

 

Samstag, 16. Dezember 2017

Klassik-Pop-et cetera · 10.05 – 11.00 Uhr · Deutschlandfunk

Am Mikrofon: Die Blasmusikgruppe LaBrassBanda

„Habe die Ehre“, rufen sieben virtuose Barfuß-Musiker in Lederhosen. Sie stammen aus dem Chiemgau, singen im Dialekt, spielen laut und in atemberaubender Geschwindigkeit und überraschen mit ihrem neuzeitlichen bayerischen Brauchtum aus Volksmusik, Ska, Techno und Punk zwischen Olympiahalle, Festzelt und Maibaumaufstellen. Anfang 2017 ging LaBrassBanda auf Welttournee, bei der Rückkehr gab es am Münchener Flughafen Gold für die beiden Alben ‚Habedieehre‘ und ‚Europa‘. Unterwegs vermisst hätten die glorreichen Sieben laut LaBrassBanda-Anführer Stefan Dettl nur den bayerischen Wurstsalat.

Feature · 18.05 – 19.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Wahnsinn Familie!

Von Stella Luncke und Josef Maria Schäfers

Dlf Kultur 2017/ca. 54‘

(Ursendung)

Die Großen zur Schule, die Kleinen in den Kindergarten, am Nachmittag Musikschule und Sportverein; hinbringen, abholen und zwischendurch noch etwas arbeiten. Dann einkaufen, Essen kochen, Kinder ins Bett bringen, den nächsten Tag organisieren. Bei diesem täglichen Wahnsinn quält berufstätige Eltern oft noch das schlechte Gewissen, zu wenig Zeit für die Kinder zu haben. Die Autoren begleiten Eltern bei der Alltags-Organisation – und fragen, was aus ihren Träumen geworden ist.

 

Sonntag, 17. Dezember 2017

Freistil · 20.05 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Klick, Klick, Klack

Leben mit Automaten

Von Andi Hörmann

Dlf 2017

Ein Plastikring, ein Comicheld als Schlüsselanhänger, eine zuckersüße Kugel zum Kauen – der Kaugummiautomat beflügelt Kindheitserinnerungen. Es gibt kaum etwas, das sich heute nicht über einen Automaten an den Kunden bringen lässt: Kunst, Kleidung, Nahrung, sogar Gold. Der Bike-o-mat ist mit Fahrradteilen bestückt, im Med-o-mat stecken Tabletten und der Gebet-o-mat liefert das Gebet per Knopfdruck. Der Verkaufsautomat erlebt eine Renaissance, denn so ist es möglich, unabhängig von Ladenöffnungszeiten Kundenwünsche zu erfüllen: sieben Tage die Woche, 24 Stunden lang. Der Automat hat sich von einer rein mechanischen zu einer digitalen Maschine entwickelt, zum Roboter der Konsumkultur. Die Funktionalität ist seine Stärke. Doch was macht das Leben mit Automaten eigentlich mit uns?

Kakadu für Frühaufsteher · 7.30 – 8.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Papa verschenkt sich

Von Anna Böhm

Gelesen von Tonio Arango

DKultur 2010

Tini wünscht sich in diesem Jahr ein wirklich teures Weihnachtsgeschenk. Papa ist nicht gerade begeistert und Tinis Neugier wächst. Wird er es trotzdem kaufen? Irgendwann ist die Neugier so groß, dass Tini und ihre Freundin nach dem Geschenk suchen. Schlimm genug, dass Tini in Gefahr ist, sich die Vorfreude zu verderben. Aber die Mädchen haben nicht daran gedacht, dass sie vielleicht etwas anderes finden als erwartet.

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