Hörfunktipps KW 07 Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova

Montag, 12. Februar 2018

Musik-Panorama · 21.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

4. Raderbergkonzert 2017/18
Werke von Ludwig van Beethoven, Zosha Di Castri und Robert Schumann

Rolston String Quartet

Oft ist es der 1. Preis bei einem der renommierten Wettbewerbe, der für junge Streichquartett-Formationen den Karrieredurchbruch bedeutet. So war es auch beim Rolston String Quartet aus Kanada, das 2016, nur drei Jahre nach seiner Gründung, den internationalen Streichquartett-Wettbewerb in der kanadischen Stadt Banff gewann. Im vierten ‚Raderbergkonzert’ der Saison 2017/18 war das Rolston String Quartet mit zwei Klassikern des Repertoires zu hören, dem ‚Streichquartett, op. 18 Nr. 3’ von Ludwig van Beethoven und Robert Schumanns ‚Streichquartett, op. 41 Nr. 3’. Zwischen diesen beiden Meisterwerken steht das ‚1. Streichquartett’ der kanadischen Komponistin Zosha Di Castri.

 

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Große Kunst und wenig Geld

Oder: Wie viel Schauspielschulen braucht ein Land?

Von Thomas Klug

Junge Menschen träumen. Zum Beispiel davon, berühmt zu werden – als Model oder Schauspieler. Was die Schauspielerei betrifft, gibt es für den Traum Unterstützung von staatlicher Seite. In Deutschland gibt es 13 staatliche Schauspielschulen, im gesamten deutschsprachigen Raum sind es 19. Hinzu kommen noch private Schulen. Die Hürden für die Absolventen sind hoch, der Traum, wenn schon nicht reich, so wenigstens berühmt zu werden, geht nur für einen Teil von ihnen in Erfüllung. Feste Engagements bleiben ein Traum. Und so müssen sich viele der ausgebildeten Schauspieler mit anderen Jobs über Wasser halten, weiter auf den großen Durchbruch hoffend.

Kriminalhörspiel · 21.30 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Schwenkfutter

Von Oliver Bukowski

Regie: Alexander Schuhmacher

DKultur 2016/58’59

Filmemacher Tim Fengler will über ‚Snaps’, den degradierten Kommissar Morten van de Jørgensen, ein Porträt drehen: ‚Der Star in der Pampa’. Kirsten Kleeberg, Leiterin der Polizeidirektion Frankfurt/Oder, möchte das nicht zulassen. Fenglers ambitionierte Mitarbeiterin hat im Dorf bereits Atmosphären für den Film gedreht, sogenanntes Schwenkfutter. Dann ist der Regisseur tot, sein Gesicht zertrümmert, sein Studio ausgeraubt und angezündet. Aus Berlin reist der Anwalt Dr. Benninghaus an.

 

Dienstag, 13. Februar 2018

Musikszene · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Narren im Konzert

Der Karneval und die Musik

Von Klaus Gehrke

Am Rosenmontag 1854 mischte Robert Schumann sich unter das närrische Volk in Düsseldorf – aber nicht, um zu feiern, sondern um seinem Leben ein Ende zu setzen. Hector Berlioz war von seinem Rom-Aufenthalt nicht besonders begeistert: Am wenigsten gefiel ihm dort der lärmende Karneval. Für Mozart und etliche andere Komponisten bot der Fasching in Österreich die günstige Gelegenheit, mit Tanzmusik für die zahlreichen Bälle die Finanzen aufzupolieren. Dennoch scheinen in Sachen Karneval viele der großen Meister eher Spaßbremsen gewesen zu sein: Ihre konkrete Beschäftigung mit den sogenannten ‚tollen Tagen’ fällt nicht besonders üppig aus. Welche Bedeutung hatten und haben Fasching und Co. für die Musik? Und was wird an den Karnevalstagen heute musikalisch geboten – außer Schunkelwalzer, Einzugsmärschen und Fastelovend-Pop?

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Der Homo oeconomicus wohnt hier nicht mehr

Müssen wir die Wirtschaftstheorie neu denken?

Von Nora Bauer

Der britische Nationalökonom John Stuart Mill hat etwa um 1840 in die Wirtschaftswissenschaft die Figur des Homo oeconomicus oder Nutzenmaximierers eingeführt. Ein Theoriemodell, das bis heute weltweit Grundlage der Wirtschaftslehre ist. Doch daran könnte sich bald etwas ändern. Denn seit einiger Zeit begehren Studierende in zahlreichen Ländern dagegen auf und fordern eine plurale Lehre der Ökonomik, die von der Unberechenbarkeit der Welt ausgeht. 2011 verließen zum Beispiel an der Harvard Universität deshalb 70 Master-Studenten ein Seminar von Prof. Gregory Mankiw – amerikanischer Ökonom neoklassischer Prägung. Und Proteste an der Universität Bayreuth führten sogar dazu, dass Studierende eine eigene Hochschule in freier Trägerschaft gründeten: die Cusanus-Hochschule mit Sitz in Bernkastel-Kues an der Mosel.

 

Mittwoch, 14. Februar 2018

Querköpfe · 21.05 – 22.00 Uhr · Deutschlandfunk

Kabarett, Comedy & schräge Lieder

Jung, politisch, überfordert

Eine neue Generation interpretiert Kabarett um

Von Regina Kusch und Andreas Beckmann

Dieter Hildebrandt ist tot, Volker Pispers und Georg Schramm haben sich zurückgezogen. Die große Bühne des politischen Kabaretts bleibt verwaist, doch die meisten jungen Satiriker versuchen nicht einmal, sie zu füllen. Sie wollen weg von Kanzlerinnen-Parodien, weg von den großen Systemfragen und weg von der Idee, als Künstler wüssten sie, wo es politisch langgeht. Stattdessen stolpern sie über die politischen Fallstricke des Alltags, in denen sie ganz persönlich feststecken.

Musiktag · 15.05 – 15.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

„Rollentausch – wer wärst Du, wenn …?”

Ausschnitte aus der Abschlussveranstaltung ‚Winterferien-Musiklabor’ aus der Deutschen Oper Berlin vom 11.2.2018

Welche Rollen willst Du spielen, welchen Gruppen willst Du angehören und in wen möchtest Du Dich verwandeln? Und wer wärst Du, wenn Du könntest? Über 50 Teilnehmer gehen diesen Fragen des 4. Winterferien-Musiklabors in fünf verschiedenen Klanglaboren nach – und finden ihre eigenen Antworten und noch mehr Fragen. 50 Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 14 Jahren machen sich auf eine Klangforschungsreise und entwickeln in verschiedenen Workshops ihre eigene Musik. Die Ergebnisse werden am letzten Workshop-Tag in der Radio-Show ‚Rollentausch!’ in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin gezeigt.

 

Donnerstag, 15. Februar 2018

JazzFacts · 21.05 – 22.00 Uhr · Deutschlandfunk

Schimmern, Glühen, Explodieren

Der Pianist Pablo Held und sein Projekt Glow II

Von Odilo Clausnitzer

Der Kölner Pablo Held ist einer der meistgelobten Jazzpianisten der Gegenwart.
Mit seinen langjährigen Partnern Robert Landfermann (Bass) und Jonas Burgwinkel (Schlagzeug) hat er international Maßstäbe in Sachen kommunikatives Triospiel gesetzt. Pablo Helds auf CD erschienenes Großprojekt ‚Glow II’ versammelt zwei Live-Aufnahmen in Septettbesetzung und vier Nonetteinspielungen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal. Wieder hatte Held dafür um den Kern seines Trios herum befreundete Lieblingsmusiker versammelt. ‚Glow II’ ist gedacht als eine Band, die wie ein Organismus agieren kann. Das Ergebnis: eine aufregende, farbenreiche, halb impressionistische, halb wild expressive Ensemblemusik.

Chormusik · 22.00 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Heinrich Schütz

‚Schwanengesang’

Der 119. Psalm (Auszüge)

Dresdner Kammerchor

Leitung: Hans-Christoph Rademann

Heinrich Schütz beendete 1671 im Alter von 86 Jahren sein kompositorisches Schaffen mit der monumentalen Vertonung des 119. Psalms, ergänzt um die Vertonung des
100. Psalms sowie die eines deutschen Magnificat. Diese als ‚Schwanengesang’ bekannte Werkgruppe ist ein sehr persönliches musikalisches Bekenntnis. Einmal mehr wirkt Schütz hier als Ausdeuter des Wortes. Diese Aufnahme ist der 16. Teil der Schütz-Gesamteinspielung mit dem Dresdner Kammerchor und Hans-Christoph Rademann bei Carus.

 

Freitag, 16. Februar 2018

Das Feature · 20.10 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Meine Rentiere

Bei den Samen in Lappland

Von Jenni Roth

Dlf 2018

Wie klingt die Stille? Wie klingt es, wenn mehrere Hundert Rentiere durch den Nadelwald traben? Wie klingt es, wenn die Stille zurückkehrt? Ursula Länsmann und ihr Freund kennen alle Formen der Stille. Die beiden Rentierzüchter leben 400 Kilometer jenseits des Polarkreises, in Finnisch-Lappland, in großer Einsamkeit. Ein Leben im Rhythmus der Jahreszeiten: Herden folgen, Kälber markieren, schlachten. Das war vor Tausenden Jahren so, das ist noch heute so. Nur, dass Ursula in einem Haus lebt und mit Schneemobilen unterwegs ist, statt mit Skiern. Ihre Welt ist bedroht: durch den Klimawandel, den Tourismus, und durch den Ausbau der Bergwerke. Bis heute kämpft das letzte indigene Volk Europas um seine Rechte.

Zeitfragen. Literatur · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Literatur im Gespräch

Die Sprache, die Liebe und digitale Assistenten

Die Digitalisierung und neue Möglichkeiten der Kommunikation

Mit Stephan Porombka und Ulrich Woelk

Die Digitalisierung hat neue Möglichkeiten der Kommunikation geschaffen. Das hat Auswirkungen auf unsere Beziehungen. In der Liebe könnte die Smartphone-Kommunikation eine romantische Revolution bedeuten, findet der Social-Media-Künstler Stephan Poromka. Dem Schriftsteller Ulrich Woelk geht es vor allem um neue Formen von Beziehungen durch digitale Sprachassistenten. Denn schon bald werden kleine sprechende Boxen zu Hause unsere Alltagsfragen beantworten. Wie spät ist es? Wie wird das Wetter? Wie hat Hertha gespielt? Aber was, wenn wir einmal den Wunsch haben, jemandem unser Herz auszuschütten? Werden Alexa, Siri und Co auch dann irgendwann die passenden Antworten haben?

 

Samstag, 17. Februar 2018

Gesichter Europas · 11.05 – 12.00 Uhr · Deutschlandfunk

Geschichte wird gemacht … – Polens Kultur-Kampf

Von Anja Schrum und Ernst-Ludwig von Aster

„Es gibt keinen Grund, dass Gruppen, die zum Abbau polnischer Kultur, Tradition und Identität beitragen, wie bisher favorisiert werden.“ So beschreibt der polnische Kulturminister Piotr Glinski ein Prinzip seiner Förder- und Personalpolitik. Die Vermittlung von Patriotismus, Stolz und Glauben – das sind die neuen Grundpfeiler der polnischen Kulturpolitik. Das Institut für nationales Gedenken entwickelt dazu das passende Unterrichtsmaterial. „Der Plan ist perfide. Die Kunst in Polen soll linientreu, katholisch oder zumindest unkritisch werden“, urteilt der Theaterregisseur Przemyslaw Wojcieszek. Er inszeniert seine gesellschaftskritischen Stücke mittlerweile in einem Musical-Theater, das der Stadt Wroclaw gehört. Denn noch stemmen sich etliche Kommunen gegen den verordneten Kulturpatriotismus.

Lange Nacht · 0.05 – 3.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Feuerfest und Donauwalzer

Eine Lange Nacht in Alt-Wien

Von Andreas Kloner

Mit dem Abbruch der Wiener Stadtmauern ab 1858 blickten die Bewohner recht bald auf ein Wien zurück, das es in dieser romantischen Gestalt und Unbeschwertheit nie gegeben hat. Im Mittelpunkt dieser Verklärung stand die unmittelbare Vergangenheit, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Hier begegneten sich Künstler wie Ludwig van Beethoven sowie die Altersgenossen Franz Schubert, Josef Lanner und Johann Strauß Vater und trugen mit ihrer Musik zur Romantisierung dieser Zeit bei. In Wirklichkeit war das Wien der Biedermeierzeit beherrscht vom Spitzelwesen unter der Ägide eines Fürsten Metternich, von tödlichen Krankheiten wie Cholera, Lungenschwindsucht und Syphilis, vom unsäglichen Gestank der offenen Fleischerläden und jener Exkremente, die Tausende von Pferden tagtäglich in den engen Gassen und Straßen innerhalb der Stadt zurückließen.

Die ‚Lange Nacht‘ wird ab 23.05 Uhr auch im Deutschlandfunk gesendet.

Sonntag, 18. Februar 2018

Freistil · 20.05 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Bass ist Boss

Die Kultur der tiefen Töne

Von Olaf Karnik und Volker Zander

Dlf 2018

Booom! Basstöne sind wie Detonationen. Sie fahren in die Magengrube und lassen Kirchen, Kinos und Clubs erzittern. Als ästhetisches Ausdrucksmittel haben die tiefen Frequenzen ihre Spuren am deutlichsten in der Musik hinterlassen. Der Bass, der in den Kindertagen der Popmusik Harmonie und Rhythmus rein funktional unterstrich, hat sich im Zuge der elektronischen Revolution emanzipiert. Aus den endlos treibenden Phrasen der Jazz-Kontrabassisten wurden die elektrifizierenden Basslinien in Reggae, Funk, Disco und Post-Punk, die in vier kurzen Takten alles über Sex, Macht und Wahnsinn zu erzählen wussten. Heute revolutionieren die massiven Bässe synthetischer Tanzmusik den Klang moderner Popmusik. Eine kurze Geschichte der Bassmusik vom Basso continuo im Barock zum wummernden Wobble von heute.

Musikfeuilleton · 22.00 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

‚Capricho catalan’

Das Paris des Fin de Siècle und die katalanische Musik

Von Richard Schroetter

In seiner legendären Studie über die ‚Gegenwart der Ferne’ hat der französische Musikologe und Philosoph Vladimir Jankélévitch drei Komponisten exemplarisch vorgestellt: Isaac Albeniz, Deodat de Séverac und Federico Mompou. Alle drei verbindet ein enges Verhältnis zu Paris als Zentrum der frühen Moderne und Katalonien als entlegene Provinz der „Stille“. Und das gilt auch für Filipe Pedrell, Enrique Granados, für Ricardo Viñes und Pablo Casals, allesamt Katalanen, die es nach Paris gezogen hat.

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