Hörfunktipps KW 32 Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk NOVA

Montag, 7. August 2017

Musik-Panorama · 21.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Grenzüberschreitende Freundschaft

Werke von Thomas Beimel, Dan Dediu und Franz Tröger

Am Mikrofon: Ingo Dorfmüller

Seit 20 Jahren steht das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia für den Austausch zwischen den Kulturen und Künsten. Der Bukarester Komponist und Pianist Dan Dediu und der Wuppertaler Bratscher und Komponist Thomas Beimel sahen sich in Bamberg nicht zum ersten Mal, aber ihre gemeinsame Zeit als Stipendiaten im Jahre 2005 bestärkte sie in ihrem künstlerischen Dialog enorm. Dieser Dialog mündete nicht zuletzt in gemeinsame Projekte, in denen es galt, die substanziellen Komponierwelten Rumäniens und Deutschlands wechselseitig einander näher zu bringen. Zum 50. Geburtstag Dan Dedius und in Gedenken an den 2016 verstorbenen Thomas Beimel veranstaltete die Villa Concordia ein Sonderkonzert mit Streichquartetten beider sowie Miniaturen für Spieluhr.

Freispiel · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Normalverdiener

Hörspiel von Kathrin Röggla

Regie: Leopold von Verschuer

BR 2016/54‘26

Ein paar Großstädter – Architekten, Unternehmer, Lebenskünstler – sind von einem alten Freund für ein paar Tage in ein Luxushotel auf einer Insel geladen. Eine Gelegenheit, die sie, die Normalverdiener, einfach nicht ausschlagen können, sehen sie doch endlich einmal die Welt der spekulativen Großgeschäfte und des Luxus aus der Nähe! Doch anders als erwartet, bleibt der großzügige Gastgeber meist abwesend. Die Freunde beginnen, über ihn zu reden und verraten dabei viel von sich selbst.

 

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Demokratie-Sprechstunde

In welcher Verfassung ist Deutschland?

Von Richard A. Fuchs

„… Lange dachte ich, Demokratie ist ein Geschenk, das mich mein Leben lang begleiten wird. … Doch ganz so sicher bin ich mir nicht mehr. Ja, an manchen Tagen überkommt mich, ganz und gar untypisch für mein Naturell, eine gewisse Angst. Angst um unsere demokratische Ordnung, die von so vielen Seiten gleichzeitig unter Beschuss geraten zu sein scheint. …“ Der Autor Richard Fuchs macht sich Gedanken über Populisten, über Hass und Hetze, über Terror und nicht zuletzt den rasanten technologischen Wandel. Höchste Zeit, eine Demokratie-Sprechstunde abzuhalten.

Dienstag, 8. August 2017

Das Feature · 19.15 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk

Ortserkundungen

Marxisten, Dalits und Hindufanatiker

Die Jawaharlal Nehru Universität in Delhi

Von Dominik Müller

Deutschlandfunk 2017

Im Süden Delhis, mit eigenem öffentlichem Bussystem, liegt auf einer leichten Anhöhe der 400 Hektar große Campus der staatlichen Jawaharlal Nehru Universität (JNU). In ihren weitläufig verstreuten Hörsälen, Mensen, Studentenwohnheimen, den Häusern der Professoren und Angestellten finden lebhafte Debatten statt. An der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät unterrichten Professorinnen die aktuelle Anwendung marxistischer Theorie, der Campus ist übersät mit Plakaten gegen Krieg und gegen Ausbeutung durch multinationale Konzerne. Der hindunationalistischen Regierung, die Indien seit 2014 Jahren regiert, ist die JNU ein Dorn im Auge. Studenten und Lehrende sind häufig Repressionen ausgesetzt.

Alte Musik · 22.00 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Gestalter der mittelrheinischen Orgellandschaft

Die Hunsrücker Orgelbauer-Dynastie Stumm

Von Bernd Heyder

Vor rund 300 Jahren fasste der Goldschmied Johann Michael Stumm aus dem Hunsrück-Flecken Sulzbach einen folgenreichen Entschluss: Er wollte sich fortan dem Orgelbau-Handwerk widmen. So wurde er zum Stammvater einer über sechs Generationen florierenden Dynastie, die im 18. und 19. Jahrhundert an die 400 Instrumente in den regionalen Metropolen, Dörfern, Klöstern und Schlössern des Hunsrücks, der Eifel und der Pfalz, an der Mosel und am Rhein hinterließ. Wolfgang Amadeus Mozart schätzte die handwerklich hervorragenden und klanglich beeindruckenden Instrumente ebenso wie später Felix Mendelssohn Bartholdy. Noch heute wird die mittelrheinische Orgellandschaft von einer Reihe hervorragender Stumm-Instrumente des 18. und 19. Jahrhunderts geprägt.

Mittwoch, 9. August 2017

Spielweisen · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Wortspiel – Das Musik-Gespräch

Der Cellist Leonard Elschenbroich im Gespräch über Ludwig van Beethovens ‚Sonate für Klavier und Violoncello Nr. 4 C-Dur, op. 102,1‘

Im Jahr 1815 ging es Beethoven nicht gut. Mit Verdruss und Sorgen um seinen kranken Bruder Karl vergingen die Monate, ohne dass größere Instrumentalwerke entstanden – bis auf zwei Ausnahmen, die beiden ‚Sonaten für Klavier und Violoncello op. 102‘. Mit der klassischen dreisätzigen Sonate bricht Beethoven in seinem op. 102,1. Als ‚Freye Sonate‘ bezeichnet er sie. Wie „frei“ er hier arbeitet, was alles neu ist, wie er das Material verdichtet und seine Beschäftigung mit Johann Sebastian Bach durchschlägt, das erläutert der Cellist Leonard Elschenbroich mit zahlreichen Klangbeispielen zusammen mit Alexei Grynyuk am Klavier und im Gespräch mit Christoph Schmitz.

Hörspiel · 21.30 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Es ist wunderbar, daß niemand an Böhmen denkt

Von Helga Schütz

Regie: Ursula Langrock

NDR 1983/52‘17

„Immer ist mein Postsack weg” wundert sich der Postreiter in der Herberge. Unterdessen werden Briefe entwendet, unterschlagen, abgeschrieben. Geheimagent Heinrich entführt Luther, über den die Reichsacht verhängt wurde, nachdem er sich geweigert hatte, seine Ansichten zu widerrufen. Als ‚Junker Jörg’ wird Luther auf der Wartburg versteckt. Dort macht er sich an die Übersetzung des Neuen Testaments: „Heinrich, wisst Ihr ein deutsches Wort für Eunuch?” Mit seinen Gedanken ist Luther in Wittenberg, dort gibt es Unruhen.

Donnerstag, 10. August 2017

Marktplatz · 10.10 – 11.30 Uhr · Deutschlandfunk

Neuanfang zwischen 200 Kartons

Entspannt umziehen

Am Mikrofon: Susanne Kuhlmann

Hörertel.: 0 08 00.44 64  44 64

marktplatz@deutschlandfunk.de

Nicht zu voll, nicht zu schwer und Gleiches zu Gleichem packen: Das raten Umzugsprofis, wenn es ums Kistenpacken geht. Doch ein Umzug fordert das Organisationstalent noch auf ganz andere Weise heraus. Wie kann man den Ärger in dieser stressigen Phase möglichst gering halten? Wann lässt sich der Umzug mit einem gemieteten Transporter und guten Freunden bewältigen, wann besser mit einer Profi-Umzugsfirma – und wie teuer wird die? Wie viel Vorlauf braucht so eine Aktion? Wie können Menschen, die oft umziehen müssen oder weit entfernt neu anfangen, sich und ihrer Familie das Einleben erleichtern? Ihre Hörerfragen sind wie immer willkommen.

Historische Aufnahmen · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Universalist mit Barock-Faible

Der Dirigent Raymond Leppard (*1927)

Von Bernd Heyder

Einer der großen Dirigenten des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts kann in diesen Tagen seinen 90. Geburtstag feiern: Raymond Leppard. In seiner mehr als vier Jahrzehnte währenden Karriere stand der Brite vor den namhaftesten Orchestern diesseits und jenseits des Atlantiks. Seine mehr als 250 Schallplatten-Einspielungen zeigen den gelernten Cembalisten zunächst als rührigen Wiederentdecker älterer Musik, als der er sich in den 60er-Jahren mit seinem English Chamber Orchestra profilierte. Die Sendung stellt Leppard darüber hinaus als Interpreten des romantischen Repertoires vor, dem er sich seit seiner Berufung zum Chefdirigenten des BBC Northern Chamber Orchestra 1973 verstärkt zuwandte.

Freitag, 11. August 2017

On Stage · 21.05 – 22.00 Uhr · Deutschlandfunk

Zwischen Calypso, Funk und Jazz

Musiker und Dichter Anthony Joseph

Am Mikrofon: Jan Tengeler

Die Karibikinsel Trinidad ist seine Heimat, doch seit 1989 lebt Anthony Joseph in England. Dort hat er sich als Musiker und Dichter den Ruf als ‚Führer der schwarzen Avantgarde’ erworben. In der Tradition der Beat-Poeten verbindet er Sozialkritik und Lyrik. Seine Musikalben kreisen um die Frage nach der eigenen kulturellen Identität innerhalb der afrikanischen, karibischen und ‚weißen‘ Musiktraditionen. Live tritt Anthony Joseph mit seiner Spasm Band auf und bettet seine Spoken-Word-Performance in ein pan-karibisches Musikgemisch aus Calypso, Soca, Jazz und Afro-Funk.

Klangkunst · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

documenta 14: Every Time A Ear di Soun

Between a Gunshot and a Whisper

Von Maria Chavez

documenta 14/Deutschlandfunk Kultur 2017/42‘12

(Ursendung)

Anhand sezierter Aufnahmen von Toneffekten aus aller Welt, die in den 60er-Jahren ursprünglich als Playback-Material vorgesehen waren, wird hier ein Raum des Hörens zwischen Gewehrschuss und Geflüster erschlossen. ‚Between a Gunshot and a Whisper‘ nutzt vergessene Tonbeispiele und komprimiert sie zu Vignetten einer abstrakten Geschichte des Klangs.

Samstag, 12. August 2017

Klassik-Pop-et cetera · 10.05 – 11.00 Uhr · Deutschlandfunk

Am Mikrofon: Der Schauspieler,

Regisseur und Intendant Johan Simons

Sein erstes Stück inszenierte Johan Simons 1976 als Direktor der niederländischen Haagsche Comedie. Knapp zehn Jahre später gründete er die Theatergroep Hollandia. Mit Aufführungen in leerstehenden Fabrikhallen, Ställen oder Kirchen wollte er ein breites Publikum fürs Theater begeistern. Seit fast 20 Jahren arbeitet Johan Simons regelmäßig auch als Gastregisseur an deutschsprachigen Theatern. Geboren wurde er 1946 in den Niederlanden, wo er eine Ausbildung zum Tänzer und Schauspieler machte. Von 2010 bis 2015 war er Intendant der Münchner Kammerspiele, und er ist seither künstlerischer Leiter der Ruhrtriennale. Wenn mit der diesjährigen Spielzeit seine dortige Intendanz zu Ende geht, übernimmt er ab 2018 die Leitung des Schauspielhauses Bochum.

Lange Nacht · 0.05 – 3.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Zwei, die der Himmel geschickt hat

Eine Lange Nacht über Laurel und Hardy

Von Christian Blees

Stan Laurel (1890–1965) und Oliver Hardy (1892–1957) waren das berühmteste Komikerduo der Filmgeschichte. Der Schriftsteller J. D. Salinger bezeichnete sie als „zwei, die der Himmel geschickt hat“. Dabei ist die Popularität der beiden Schauspieler bis heute ungebrochen. So haben sich die treuesten Fans im weltweiten Fanclub „Sons of the Desert“ zusammengeschlossen. Einer von ihnen ist Wolf Lepenies, Schriftsteller und u.a. Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels. Neben anderen Enthusiasten und Experten wird auch er in der ‚Langen Nacht’ den Beweis antreten, dass Stan und Ollie weitaus mehr waren als nur ‚Dick und Doof‘. 1951 drehten sie ihren letzten Film.

Die ‚Lange Nacht‘ wird ab 23.05 Uhr auch im Deutschlandfunk gesendet.

Sonntag, 13. August 2017

Zwischentöne · 13.30 – 15.00 Uhr · Deutschlandfunk

Musik und Fragen zur Person

Der Ägyptologe Jan Assmann im Gespräch mit Joachim Scholl

Als „unentbehrlichen Krokodilswächter“ hat der Schriftsteller Michael Kleeberg einmal Jan Assmann beschrieben, Deutschlands bedeutendsten Ägyptologen. Seine Auszeichnungen und Ehrungen sind kaum noch zu zählen, auch die Liste seiner Schriften ist nur schwer zu überblicken. In über 50 Jahren Autorschaft, als Professor und Forscher, hat sich Jan Assmann einen internationalen Ruf als Ägyptologe und Religionswissenschaftler erworben. Seine Arbeiten zur ägyptischen Kultur, zum Monotheismus und – gemeinsam mit seiner Frau Aleida Assmann – zum kulturellen Gedächtnis haben Maßstäbe gesetzt.

Nachspiel. Feature · 18.05 – 18.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Achtung Videobeweis!

Revolution in der Fußball-Bundesliga

Von Wolf-Sören Treusch

Phantomtore und Elfmeterschwalben wird es in der Bundesliga nicht mehr geben. So jedenfalls der Plan. In den Stadien der Ersten Liga wird der Video-Schiedsrichter eingeführt. Flächendeckend bei allen 306 Saisonspielen. Das wird den Profifußball in Deutschland revolutionieren. Der Video-Assistent wird sich nur dann ins Spiel einmischen, wenn er eine gravierende Fehlentscheidung erkennt. Und auch nur in vier speziellen Fällen: Tor, Strafstoß, Platzverweis und Spielerverwechslung. Die Schiedsrichter selbst versprechen, die meisten groben Fehler lassen sich dadurch künftig korrigieren, das Spiel wird gerechter. Die Basis unkt, jetzt werde es noch mehr Diskussionen um Schiedsrichter-Entscheidungen geben.

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