Hörfunktipps KW 26 Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova

Montag, 26. Juni 2017

Forschung aktuell · 16.35 – 17.00 Uhr · Deutschlandfunk
Aus Naturwissenschaft und Technik
AUSLESE – Summ, summ, summ
Einblicke in die Wunderwelt der Bienen
Ein Bienenstock ist ein komplexer Mikrokosmos. Es regiert eine Königin über haufenweise Dienerinnen, darunter Soldaten und Sammlerinnen, Putzkolonnen und Nachwuchspflegerinnen. Das Zusammenspiel vieler Tausend Insekten ist so ausgeklügelt, dass Biologen Bienenvölker als Superorganismen ansehen: Ein produktives Großunternehmen, das nachhaltig Honig produziert – und dessen Mitarbeiter nebenbei völlig unentgeltlich essenzielle Dienstleistungen für die Ökosysteme erbringen. Wenn Bienen als Bestäuber ausfallen, weil Pestizide, Milben oder Flurbereinigungen ihnen zu schaffen machen, haben nicht nur Bauern und Hobbygärtner ein Problem, sondern die gesamte Menschheit.

Musik-Panorama · 21.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk
Rheingau Musik Festival 2016

Werke von Frédéric Chopin

Alexej Gorlatch, Klavier

Er gehört zu Alexej Gorlatchs absoluten Lieblingskomponisten: Frédéric Chopin. Und natürlich hat der 1988 in Kiew geborene Pianist, der drei Jahre später mit seiner Familie nach Deutschland übersiedelte, mehrere internationale Wettbewerbe mit Werken des verehrten polnischen Meisters gewonnen. Auch wenn 2016 nicht unbedingt ein Chopin-Gedenkjahr war, hatte Alexej Gorlatch für seinen Klavierabend im Fürst-von-Metternich-Saal auf Schloss Johannisberg nur dessen Werke ausgewählt.

Länderreport · 13.07 – 14.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

U.a. Ein schwieriges Geschäft nicht nur in Berlin:
Die Zeitungslandschaft ist im Umbruch

Von Claudia van Laak und Susanne Lettenbauer

Seit Jahren ist die deutsche Zeitungslandschaft im Wandel. Sinkende Erlöse aus dem Anzeigengeschäft und die Onlinekonkurrenz im Internet sind nur ein Grund für die Misere. Manche Titel sind bereits vom Markt verschwunden, viele Medienhäuser fahren einen harten Sparkurs um zu überleben. Besonders schwierig ist die Situation in Berlin. Aber auch andernorts – etwa in München – haben Zeitungsmacher zu kämpfen.

 

Dienstag, 27. Juni 2017

Musikszene · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk
Der Asterix der Oberpfalz oder: Wie Blaibach zu seinem Konzerthaus kam

Von Bettina Mittelstraß

Blaibach, ein kleines Dorf im Bayerischen Wald, hatte ein Problem wie viele ländliche Ortschaften: eine öde und verlassene Ortsmitte. Die Bevölkerung war überaltert, Geschäfte mussten abwandern oder schließen. Bis Thomas E. Bauer – weltweit erfolgreicher Bariton, der im Nachbardorf geboren wurde – mit der Idee ankam, ausgerechnet dieses Dorf mit einem modernen Konzerthaus vor dem Ausbluten zu retten. Seit 2014 steht es nun da und lockt die internationale Musikwelt in den Bayerischen Wald. Leicht war der Weg bis dahin keineswegs, und noch profitiert nicht jeder im Dorf von der zauberhaften Strahlkraft der neuen Ortsmitte. Aber Kultur, so Bauers Mantra, sei ein harter Standortfaktor – sie spende Identität und Hoffnung und rege damit eine neue Wertschöpfungskette an.

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur
„Ich sitze hier meine Lebenszeit einfach nur ab.“
Ausgebrannt vom Nichtstun – Bore-Out ist der Gegenspieler des Burn-Out – aber kaum bekannt
Von Jenni Roth
Anna S. ist niedergeschlagen, antriebslos. Sie hat Schlafstörungen, leidet unter Schwindel und Kopfschmerzen. Die Symptome erinnern an einen Burn-out. Aber Anna S. hat nicht zu viel zu tun, im Gegenteil: „Es war die pure Langeweile.“ Jeden Tag war sie nach drei Stunden mit ihrer Arbeit fertig. „Ich sitze hier täglich fünf oder sechs Stunden meiner Lebenszeit einfach nur ab.“ Der Burn-out ist als Krankheit der Leistungsträger längst in unserer Gesellschaft angekommen. Weniger bekannt und vielleicht auch weniger salonfähig ist sein Gegenspieler, der Bore-out.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Querköpfe · 21.05 – 22.00 Uhr · Deutschlandfunk
Kabarett, Comedy & schräge Lieder
‚Handkäs‘, ‚Grie Soß‘ und ‚Ahle Worscht‘
Die Verleihung des 1. Hessischen Kabarettpreises
Arnulf Rating ist stolzer Träger einer ‚Ahlen Worscht‘. Der Berliner hat das hessische Nahrungsmittel in Form einer Trophäe überreicht bekommen. ‚Die Ahle Worscht‘ ist der Ehrenpreis des 1. Hessischen Kabarettpreises, der am 12. und 13. Mai in der Kulturscheune in Herborn verliehen wurde. Auch Moritz Neumeier durfte sich über ein Leibgericht der Hessen freuen, er erhielt die ‚Grie Soß‘ als Förderpreis. Die Fachjury des 1. Hessischen Kabarettpreises hat die beiden ausgewählt und sie entschied, gemeinsam mit den Zuschauern, auch über die Preisträger des Publikumspreises ‚Handkäs‘ mit oder ohne Soße‘ und den Hauptpreis des Abends, das ‚Bethmännchen‘. Wer ausgezeichnet wurde, hören Sie in unserem Best-of des 1. Hessischen Kabarettpreises.

Hörspiel · 21.30 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur
Morgan, Jaguar, Porsche und dann die Alpine
Wolfram Siebeck testet Sportwagen
Hörspielmontage von Ulrich Gerhardt
DKultur 2016/57’56
(Ursendung)

Am 7. Juli 2016 starb Wolfram Siebeck, der bekannte Restaurantkritiker. Ein Jahr zuvor hatte er Ulrich Gerhardt 36 Audio-Kassetten aus den Jahren 1980–85 übergeben, auf denen er seine Restaurantbesuche akustisch protokolliert hat – bisher unveröffentlicht. Aber auch Sportwagen fanden sein kritisches Interesse. Die Autokritiken aus dem Jahr 1982 bescheren uns den Spaß, Wolfram Siebeck gewissermaßen live mit einem fabrikneuen Testwagen zu erleben. Vier Sportwagen werden besprochen.

 

Donnerstag, 29. Juni 2017

Marktplatz · 10.10 – 11.30 Uhr · Deutschlandfunk

Windows 10: Das Update zum Update, Datenschutz und andere
Probleme

Hörertel.: 0 08 00.44 64  44 64

marktplatz@deutschlandfunk.de

Knapp zwei Jahre ist Windows 10 inzwischen auf dem Markt. Nutzer der Vorgängerversionen Windows 7 und 8 konnten kostenlos umsteigen, trotzdem bleiben viele ihrem geliebten Windows 7 treu. Doch warum eigentlich? Ist Windows 10 tatsächlich schlechter oder durch die neue Benutzeroberfläche mit der Kacheloptik einfach nur ungewohnt? Was funktioniert gut, was nervt am neuen Betriebssystem? Wie steht es um das Thema Datenschutz? Wie kann ich verhindern, dass massenhaft Daten an Microsoft-Server übertragen werden? Und wo finde ich Hilfe bei Benutzerproblemen im Alltag? Diese und Ihre Fragen diskutiert Stefan Römermann im ‚Marktplatz‘ mit Expertinnen und Experten und Hörerinnen und Hörern.

Historische Aufnahmen · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Chopin als ‚Traumland der Poesie‘

Der Pianist Adam Harasiewicz (*1932)

Von Christoph Vratz

Er hat mit zehn Jahren mit dem Musizieren begonnen, aber sein erstes Instrument war nicht das Klavier, sondern die Geige. In den frühen 50er-Jahren nahm die Pianistenkarriere von Adam Harasiewicz rasant an Fahrt auf. Mit 23 Jahren gewann er den Fünften Internationalen Chopin-Wettbewerb, der ihm zahlreiche Türen zu den bedeutendsten Konzertsälen öffnete. In den späten 50er- und 60er-Jahren begann Harasiewicz eine (fast vollständige) Einspielung der Klavierwerke von Frédéric Chopin. Sein Spiel erinnert oft an jene „süßen Abgründe“ und „die schmerzliche Lieblichkeit“ der Musik, die schon Heinrich Heine an Chopins Spiel gefiel. Von manchen Kritikern als Einengung empfunden, bedeutet die starke Fokussierung auf Chopins Klaviermusik für Harasiewicz‘ Bewunderer einen Glücksfall.

Freitag, 30. Juni 2017

Das Feature · 20.10 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk
Being Günter Brus
Versuch einer radikalen Aktion
Von Thomas von Steinaecker
Dlf 2017
Das Werk des Aktionskünstlers Günter Brus umfasst eine auf den ersten Blick verstörende Welt: In den 60er-Jahren experimentierte der Österreicher mit Körperaktionen. Mal spazierte er schwarzweiß bemalt durch Wien, mal urinierte und onanierte er öffentlich, mal versuchte er, sich selbst zu zerreißen. Was bewegte Brus damals zu seinen Aktionen? Haben sie uns noch etwas in unserer Gegenwart zu sagen, in der jeder Mensch im Internet zum Performer geworden ist, und uns nichts mehr schockieren kann? Der Schriftsteller Thomas von Steinaecker wagt die Probe aufs Exempel: Er will eine eigene Aktion entwickeln, assistiert von niemandem anders als Günter Brus selbst. Ein Experiment mit akustisch wie existenziell ungewissem Ausgang.

Klangkunst · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

documenta 14: Every Time A Ear di Soun

Raw Field Recordings II: Electromagnetic Detritus

Von Christian Galarreta

documenta 14/Dlf Kultur 2017/47’49

(Ursendung)

Indem wir die vom technologischen Fortschritt und seiner Vermarktung geschaffenen Zwänge akzeptieren, bekräftigen wir unser Mutantendasein als Stadtlebewesen. So sind wir ständig von nicht wahrnehmbaren elektromagnetischen Feldern unserer Kommunikationstechnologien umgeben. Wir nehmen sie im Alltag trotz ihrer physiologischen Auswirkungen als normal hin. Christian Galarreta präsentiert eine Komposition aus den Klängen des Elektrosmogs: Einkanal-Feldaufnahmen, die im Zuge verschiedener Forschungsvorhaben, Workshops, Klangwanderungen und ortsspezifischer Performances der vergangenen 14 Jahre entstanden sind.

Samstag, 1. Juli 2017

Klassik-Pop-et cetera · 10.05 – 11.00 Uhr · Deutschlandfunk

Am Mikrofon: Das Trio Jean Paul

Seit über 25 Jahren spielen sie in derselben Besetzung: der Pianist Eckart Heiligers, der Geiger Ulf Schneider und der Cellist Martin Löhr. Und ihr musikalischer Bund ist so vital wie im Gründungsjahr 1991. Schon am Anfang starteten sie durch, mit ersten Preisen bei Wettbewerben in Melbourne und Osaka sowie beim Deutschen Musikwettbewerb. Auch der Name war rasch gefunden: Jean Paul, Lieblingsdichter von Robert Schumann. Die Werke Schumanns liegen dem Trio besonders am Herzen. Der Dichter als Namenspatron verrät, worauf es den Musikern besonders ankommt: die Sprachähnlichkeit von Musik herauszuarbeiten und fürs Publikum hörbar zu machen.

Lange Nacht · 0.05 – 3.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

In den tiefen Süden

Eine Lange Nacht über den Highway 61

Von Tom Noga

Highway 61 ist ein Mythos, ähnlich der Route 66. Er folgt weitgehend dem Verlauf des Mississippi und verbindet den industriellen Norden mit dem ländlich geprägten Süden, das weiße mit dem schwarzen Amerika. Er führt durch zahlreiche Orte, die in Geschichte und Kultur der Afroamerikaner, von der Sklaverei über Segregation und Bürgerrechtsbewegung, über das Entstehen von Blues und Jazz bis zu den Rassenunruhen im August 2014, eine Rolle gespielt haben. Bis heute ist der Süden den meisten Nordstaatlern fremd, sind die Wohngebiete von Schwarzen und Weißen in den meisten Städten des Südens strikt getrennt. Bluesmusiker reisten auf dem Highway 61 von Auftritt zu Auftritt, umgekehrt begaben sich junge Musiker auf die (oft imaginäre) Reise zu den Ursprüngen des Blues, wie etwa Bob Dylan auf seiner epochalen LP ‚Highway 61‘.
Die ‚Lange Nacht‘ wird ab 23.05 Uhr auch im Deutschlandfunk gesendet.

 

Sonntag, 2. Juli 2017

Essay und Diskurs · 9.30 – 10.00 Uhr · Deutschlandfunk

documenta 14

Gedanken zur Kunst

Pygmalion und Dädalus – Philosophisch-literarischer Dialog von Michael Köhlmeier und Konrad Paul Liessmann

Michael Köhlmeier, Schriftsteller und Sagenerzähler aus Hohenems/Vorarlberg erzählt von Dädalus, der beispiellosen Karriere eines Ingenieurs, der auf der Suche nach Perfektion zum frustriert missverstandenen Bildhauer-Künstler wird. Konrad Paul Liessmann, Philosoph aus Wien, wertet die Geschichte als ein großes Dokument der griechischen Kultur, des Humanismus, das die Vielfalt menschlicher Regungen zeigt und viel erzählt von der Psyche des Künstlers. Die zweite Geschichte handelt von Pygmalion, dem Bildhauer, der sich in eine perfekte Statue aus Elfenbein verliebt. Liessmanns Interpretation: Sehnsucht macht kreativ. Kunstwerke bringen etwas zum Stillstand, das wirkliche Leben steht in ihnen still. Das Kunstwerk übersteigt die Wirklichkeit, damit aber muss der Künstler auf die reale Wirklichkeit verzichten.

Kakadu für Frühaufsteher · 7.30 – 8.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Das Papa-Zeugnis

Von Thilo Reffert

Dlf Kultur 2017

(Ursendung)Auch dieses Jahr war der Zeugnistag wieder der Tiefpunkt in Lillis Leben. Genauer gesagt, war es diesmal noch schlimmer als in den Vorjahren. Lillis Papa hatte sich extra freigenommen, um direkt nach der Zeugnisausgabe ihre Noten zu begutachten. Und da sich die Noten seiner Tochter eher verschlechtert als verbessert hatten, musste Lilli sich anschließend einen langen Vortrag voller Vorwürfe anhören. Die Idee ihrer Freundin Hanna, als Revanche für die volle Packung Gemeckere ihren Papa im Gegenzug auch einmal zu benoten, findet Lilli daher toll. Umso mehr, wenn Lilli die Fächer bestimmen darf, in denen sie ihrem Papa Noten gibt. Fächer wie: mir zuhören, Verständnis haben oder Spaß verstehen.

Danke das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest