Hörfunktipps KW 13 für den Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova

Dienstag, 27. März 2018

Das Feature · 19.15 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk

Die Bomben von Büchel

US-Atomsprengköpfe in einem Eifeldorf

Von Gerhard Klas

Deutschlandfunk/SWR 2018

Das kleine Dorf Büchel zählt etwas mehr als 1.000 Einwohner. Es ist kein gewöhnliches Eifeldorf: 20 Atomsprengköpfe der US-Army mit der Sprengkraft von 80 Hiroshima-Bomben lagern dort im Fliegerhorst der Bundeswehr. Einige Anwohner arbeiten im Militärstützpunkt, andere wehren sich seit Jahrzehnten gegen die Massenvernichtungswaffen. Parteien jeglicher Couleur kündigen zwar immer wieder an, sich gegenüber den amerikanischen Verbündeten für den Abzug der Atomwaffen einzusetzen. Bisher ist nichts passiert. Im Gegenteil: Die US-Regierung plant die veralteten Atombomben durch neue Sprengköpfe zu ersetzen und die Bundeswehr hat dafür schon die Infrastruktur des Fliegerhorsts modernisiert.

Alte Musik · 22.00 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

„Stand mit allen Musikern Roms in persönlichem Kontakt“

Pietro Ottoboni, Kardinal und Mäzen

Von Richard Schroetter

Er war eine schillernde Figur: Kirchenfürst, Musiknarr und Sammler – und überdies ein unglaublicher Verschwender. Kardinal Pietro Ottoboni (1667–1740), der Neffe von Papst Alexander VIII., hat sich als dilettierender Librettist und großzügiger Förderer berühmter Musiker unsterblich gemacht. Corelli und Händel gingen in seinem Palast ein und aus, ebenso die beiden Scarlattis und noch viele andere mehr, die heute vergessen sind. Er leistete sich ein eigenes Theater inklusive Musik-Kapelle, um die ihm genehme Musik hören zu können. Er sammelte kostbare Antiquitäten, Bücher und Bilder – und hinterließ einen riesigen Schuldenberg. Mit seinem Tod erlosch jenes aristokratisch-geistliche Mäzenatentum, das Rom für viele Kunst- und Musikliebhaber so einzigartig machte.

 

Mittwoch, 28. März 2018

Spielweisen · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Auswärtsspiel – Konzerte aus Europa

Bachwochen Thun 2017

Werke von Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann und Georg Friedrich Händel

Lydia Teuscher, Sopran

Jonathan Cohen, Cembalo/Orgel

Ensemble Arcangelo

Leitung: Jonathan Cohen

Gemessen an der Einwohnerzahl, ist die Schweiz wahrscheinlich das Land mit dem größten Enthusiasmus für Johann Sebastian Bach: Vielerorts – und keineswegs nur in den deutschsprachigen Kantonen – trifft man auf Bach-Vereinigungen, -Konzertreihen und -Festspiele, die von der ungebrochenen Begeisterung für die Musik des barocken Leipziger Thomaskantors getragen werden. Die Bachwochen Thun gehören mit ihrer inzwischen 30-jährigen Geschichte längst zu den Festivals von internationalem Renommee.

Hörspiel · 21.30 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Im Topf ein Coq au vin

Wolfram Siebeck speist bei Familie Maugey

Von Ulrich Gerhardt

Mit Wolfram Siebeck

Deutschlandfunk Kultur 2017/58‘53

(Ursendung)

2016 starb Restaurantkritiker Wolfram Siebeck mit 86 Jahren. Für seine humorvollen Kritiken und bissigen Verrisse wurde er geliebt oder gehasst. Ein Jahr vor seinem Tod übergab er Autor und Regisseur Ulrich Gerhardt 36 Audiokassetten aus den 80er-Jahren, die Siebeck als Protokollmedium bei Restaurantbesuchen besprochen hatte. Bereits zwei Hörspielcollagen sind aus Siebecks Kassetten entstanden – zunächst Sportwagen-Tests, dann die Verrisse. Heute folgt die dritte Ursendung: Diesmal genießt er euphorisch die Speisen und Getränke des Bioweinguts der Familie Maugey in Frankreich und geht mit einem Koch bei Lyon einkaufen.

 

Donnerstag, 29. März 2018

Marktplatz · 10.10 – 11.30 Uhr · Deutschlandfunk

Ohne Jojo-Effekt, Verzicht und Hunger

Wege in ein schlankeres Leben

Am Mikrofon: Susanne Kuhlmann

Hörertel.: 0 08 00-44 64  44 64

marktplatz@deutschlandfunk.de

In wenigen Tagen zur Bikinifigur, schnell viele Kilo leichter – vor allem im Frühjahr sind Wunderdiäten und Tipps zum Abspecken allgegenwärtiges Werbethema. Ayurveda- oder Formuladiäten, Volumetrics oder Nebenbei-Diät: Eine Fülle von neuen oder neu verpackten Schlankheitskuren verspricht den Weg in ein leichteres Leben. Viele schaffen es zwar, in kurzer Zeit abzunehmen, aber die schwierigste Herausforderung steht dann noch aus: Wie lässt sich das neue Gewicht halten?

Länderreport · 13.05 – 14.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Arbeit dank Agentur

Warum im thüringischen Sonneberg so viele Flüchtlinge in Festanstellung sind

Von Ernst-Ludwig von Aster

„Wir finden einfach nicht genügend Mitarbeiter für unser Wachstum“, klagt PWG-Chef Christoph Renner. Das Unternehmen produziert Aluminiumteile, vor allem für die Automobilindustrie. 400 Mitarbeiter beschäftigt es im thüringischen Neuhaus-Schierschnitz. Aus Brandenburg hat es bereits – unterstützt vom Jobcenter – ein Dutzend Arbeiter in die Region gelockt. Seit vergangenem Jahr setzt man nun verstärkt auf Asylbewerber aus der Region. Vermittelt vom Jobcenter Sonneberg. Nach einer Probezeit bietet das Unternehmen den Interessierten die Festanstellung. Derzeit sind rund ein Dutzend anerkannte Asylbewerber im Unternehmen fest angestellt, sieben weitere in der Probezeit. In Sonneberg profitieren die Flüchtlinge von der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Jobcenter.

 

Freitag, 30. März 2018

Milestones – Bluesklassiker · 22.05 – 23.00 Uhr · Deutschlandfunk

Taj Mahal ,The Real Thing’ (1971)

Am Mikrofon: Michael Frank

Bis Anfang der 70er-Jahre hatte Taj Mahal schon drei Studioalben veröffentlicht – mit historischem Country-Blues, Soul- und Popsongs, bevor er seinen Weg zu neuen Horizonten der Bluestradition fortsetzte. Als der Sänger, Gitarrist und Multiinstrumentalist im Februar 1971 im New Yorker Fillmore East eine Reihe von Konzerten gab, erweiterte er die Palette seiner Klangfarben mithilfe einer Blechbläsersektion, in der mitunter vier Tuben gleichzeitig zu hören waren. Zusammen mit Taj Mahals Spiel auf der Dobro oder einem Banjo entstanden ungemein frische Klangkombinationen zwischen Straßenmusik-Duo und zehnköpfiger Funkband. Der Konzertmitschnitt erschien mit dem Titel ,The Real Thing’ noch im selben Jahr als Doppel-LP.

Klangkunst · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Untraining the Ear

Von Tara Transitory u.a.

SAVVY Contemporary/Deutschlandfunk Kultur/ DISK-CTM 2017/ca. 54‘30

(Ursendung)

Auf unsere Ohren ist Verlass. Mit ihrer Hilfe orientieren wir uns in der Welt und in der Gesellschaft. Unser Hören ist jedoch nicht selten beeinflusst von unserem Denken. Wir erkennen das, was wir ohnehin zu wissen glauben. Diesen Mechanismus hinterfragt ein Kuratorenteam vom Berliner Kunstraum SAVVY Contemporary, dem CTM-Festival und Deutschlandfunk Kultur. Sie laden internationale Künstlerinnen dazu ein, ihre jeweilige Hörpraxis vorzustellen und in aktiven Dialog mit dem Publikum zu treten. Das Hören soll zu neuem Denken anregen.

 

Samstag, 31. März 2018

Atelier neuer Musik · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Killing Bach

Der Komponist Francesco Filidei

Von Maria Gnann

Bach zu töten war für Francesco Filidei die einzige Möglichkeit. In seinem Orchesterwerk ,Killing Bach’ traktiert er den Barockmeister mit Pistolen, Bohrmaschinen und Elektroschockern – mit der Absicht, die Gewalt unserer Zeit in die Kunst zu übertragen. Gleichzeitig versucht er dadurch, das Heilige wieder sichtbar zu machen. Filidei wurde 1973 in Pisa geboren und zählt zu den wichtigsten italienischen Komponisten seiner Generation. Bei ihm geht es immer ums Ganze: Woher komme ich? Und woher kommt der Klang? Filidei eröffnet ein geisterhaftes Reich, das mit pulsierenden Rhythmen, mit Menschen- wie Instrumentenkörpern und strenger Form nicht nur die Grenzen der Musik auszuloten scheint.

Lange Nacht · 0.05 – 3.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Bohnenstroh im Cowboyhut

Die Lange Nacht über die Fernsehserie ‚Dallas‘

Von Peter Kuttler und Guido Meyer

Vor 40 Jahren wurde ‚Dallas‘, die bis heute erfolgreichste Fernsehserie der Welt, zum ersten Mal im US-Fernsehen ausgestrahlt. Vor allem in den 80er-Jahren haben die Geschichten rund um Miss Ellie, J.R., Bobby, Sue Ellen, Pam und den Rest der Familie Ewing mehr als 300 Millionen TV-Zuschauer weltweit gefesselt. Die Episode ‚Wer hat auf J.R. geschossen?‘ ist – nach der Mondlandung – nach wie vor die zweitmeistgesehene Fernsehsendung der Welt. Serienstart war der 2. April 1978, Anlass für die ‚Lange Nacht‘ auf ‚Dallas‘ zurückzublicken – musikalisch, in Interviews (u.a. mit Linda Gray – Sue Ellen Ewing) und in kurzen Szenen mit den berühmten deutschen Stimmen von J.R. und Sue Ellen.

 

Sonntag, 1. April 2018

Forschung aktuell · 16.30 – 17.00 Uhr · Deutschlandfunk

Wissenschaft im Brennpunkt

Organspender aus dem Stall

Ein Besuch bei Schweinen

Von Michael Lange

Auf Spendernieren, -lebern, -bauchspeicheldrüsen und -herzen warten Patienten oft vergeblich. Allein in Deutschland stirbt jeden dritten Tag ein Mensch auf der Warteliste. Doch nun gibt es wieder Hoffnung. Durch genetisch veränderte Schweinezellen und neue Formen der Verpackung könnten Tierorgane die Lösung sein. In Schweineställen und Operationssälen beginnt eine neue Stufe der Organtransplantation.

Hörspiel · 18.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Kleines Welttheater

Von Edwin Ortmann

Deutschlandfunk Kultur 2018/ca. 60‘

(Ursendung)

Seine Beobachtungen sind das Material, Grundlage für Episoden, Erzählungen, Hörspiele, mal dokumentarisch, mal überbordend fantasievoll. Die Episoden, die Edwin Ortmann aus dem Konvolut von derzeit 18000 Seiten herausgefischt hat, notiert seit 1980, fügen sich zu einem Kaleidoskop: „Du siehst dahinter die Welt, aber immer ist es eine andere.” Szenen und Monologe werden musikalisch durchkreuzt und mit einem Autorenspaziergangsgespräch montiert.

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