Das Filter: Wochenend – Walkman vom 8.7.2017 mit Public Service Broadcasting, Porter Ricks und Broken Social Scene

Public Service Broadcasting – Every Valley

Die Songs scheinen generell durchwirkt von einer neuen Herangehensweise, die leisen Passagen klingen noch stiller, die lauten massiver. Wie sich der digitale Folk der historischen Samples mit dem zeitgenössischen Folk am Mikrofon versteht, bleibt für den Moment unbeantwortet. Tendenz: nicht so wirklich gut. Weil PSB mit den vergangenen Platten eine angenehme Distanz zwischen sich und der Musik geschaffen hatten. Die bricht hier weg. Aber: Wenn am Ende des Platte der Männerchor der Bergarbeiter singt – kein Sample, extra aufgenommen – dann muss man halt doch wieder eine kleine Träne wegdrücken.

 

Porter Ricks – Anguilla Electrica

Das ist gleichermaßen toll und oll. Toll, denn Dub-Techno können die beiden immer noch: In der Mitte die Kickdrum. Drumherum ziehen Synthesizer und modulare, verwaschene Geräuschwelten mal enge, dann wieder weite Kreise in den sandigen Untergrund. Allgegenwärtig: jede Menge Hall. Nie wird das einzelne Element wirklich greifbar, weil alles gleichsam nah und fern, laut und leise ist. Oll, weil Dub-Techno hier so klingt wie Dub-Techno immer klang und wohl auch immer klingen wird. Aber in dieser Konsequenz liegt eben auch genau der Charme, den eine solche Platte im Jahr 2017 entfalten kann.

 

Broken Social Scene – Hug of Thunder

Dennoch ist der Sound von „Hug of Thunder“ vom ersten Akkord an vertraut, wenn auch die Frequenzen mittiger und knackiger gemischt worden sind und auch die typischen, energischen Crescendo-Ausbrüche moderater gehalten werden. Kann gut sein, dass „Hug of Thunder“ nicht das beste Album der Band-Historie ist. Es ist aber ein sehr gutes trotz allem. Zumal es vor wenigen Jahren ja noch hieß, Broken Social Scene wollten sich auflösen. Da macht man als Fan mindestens drei Kreuze.

 

Danke das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest