Das Filter: Wochenend-Walkman vom 21.10.2017 mit Jessie Ware, John Carpenter und Cuthead

Jessie Ware – Glasshouse

Und wenn sie mit bezaubernd gefühlvoller Stimme die Gefühle für ihre Tochter portraitiert („Thinking About You“) oder die Liebe ihrer Kindheit zum Thema macht, die Liebe zu jenem Mann, mit dem sie jetzt gerade ihre Familie gegründet hat („Sam“), dann schmelze ich kurzerhand dahin. Und das ist echt ok. Vielleicht ist das oft bemühte Bild vom Pop-Himmel hier auch gar nicht treffend. Denn trotz der erwachsenen Eleganz und Erhabenheit, wirkt Jessie Ware immer ehrlich und sympathisch geerdet.

 

John Carpenter – Anthology: Movie Themes 1974-1998

Was aber immer wieder runter rutscht ist die Tatsache, dass Carpenter bei vielen seiner Filme (eben auch bei oben genannten) die Musik und die Titelthemen komponiert hat. Heute erscheint das wie ein Universalgenius, aber ja, früher hat man Filme durchaus so gemacht. Heute schreiben 30 Songschreiber ein Lied für Katy Perry. Die Anthologie umfasst 13 Titeltracks im Zeitraum von 24 Jahren: von „Prince of Darkness“, dem epischen „Halloween“, bis hin zu „Assault on Precinct 13“, und beweist, was für ein Meister John Carpenter doch eigentlich ist. Die Stimmungen, die hier erzeugt werden, sind zeitlos und haben auch heute kaum von ihrer Intensität und Immersion eingebüßt. Großes Tennis.

 

Cuthead – Big Time

Roughe Angelegenheit, genau wie die andere Stücke, bei denen die Rhythmussektion im Electro schwelgt, dabei aber eine arrangierte Verweigerungshaltung an den Tag legt, die einen Nobelpreis verdient hätte. Cuthead lässt sich keine Zeit für gar nichts, es ist Rush Hour auf dem Dancefloor und die Ideen werden mit derartiger Wucht und Frequenz in die Luft katapultiert, wie die Yamanote Line in Tokio ihre Runden dreht. Rein, raus, zack. Wunderbar. Ich beantrage eine Maxi-Version dieser Maxi-Single.

© Das Filter, Wochenend WalkmanSOUNDS – Text: Redaktion

Danke das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest