Das Filter: Wochenend-Walkman vom 10.6.2017 mit Bartellow, Sufjan Stevens, Bryce Dessner, Nico Muhly, James McAlister und XXX

Bartellow – Panokoroma

Der zu Beginn vielleicht noch offensichtliche Jazz-Einschlag seiner Produktion verflüchtigt sich in kürzester Zeit in Richtung Subtilität, weg vom Instrumentarium, bleibend im Arrangement und Zusammenspiel der Spuren. Stattdessen: komplex repetitiv treibender House, gern auf Trommeln oder hauchdünnen Snares unterwegs. Weit in die Percussion reichende Melodien muten manchmal fast tropisch, balearisch an, nur scheint die Sonne leider nicht, ist verdeckt von dunklen, mal bedrohlich getürmten, dann wieder flüchtigen Synthie-Gewittern. Das Panorama des drohenden Unwetters ist keine Neuheit, kann aber immer wieder überwältigen. Tut es auch hier, mittendrin wie abseits des Dancefloors.

 

Sufjan Stevens, Bryce Dessner, Nico Muhly, James McAlister – Planetarium

Die 17 Songs arbeiten sich an allen möglichen uns bekannten Himmelskörpern ab und schaffen eine interessanten retrofuturistischen Vibe, bleibt im Herzen aber Indie. Die Orchester-Arrangements erinnern wohlig an alte James-Bond-Filme. Hier ist nichts revolutionär, visionär oder neu. Es ist ein Album wie ein freudiger Besuch – eben – in einem Planetarium. Kürzlich fuhr ich am Bochumer Planetarium vorbei. Was für ein tolles, schönes Gebäude, das seine besten Zeiten, wie die Stadt selbst, aber leider schon hinter sich gelassen hat.

 

XXX – Kyomi

Die Musik von XXX changiert irgendwo zwischen clipping., Seth P. Brundel und trappigem Hustensaft mit gerader Bassdrum. Irre gut, irre deep und im koreanisch-englischen Mischmasch auch irre herrlich verwirrend. Wahnsinnig gut produziert, wahnsinnig gut gerappt, einfach wahnsinnig wunderbar. Unbedingt auf den Zettel der Notwendigkeiten schreiben. Bislang gibt es ein Mini-Album und zwei Singles. Alles Killer. Wichtig, weil eben eher HipHop und nicht so straight, ist aber das Album von 2016. Diesen beiden Jungs gehört meine Zukunft.

© Das Filter, Wochenend Walkman,

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