Das Filter: Wochenend Walkman 16.12.2017 mit Swayzak, The Gentleman Losers und Moby

Swayzak – Lost Tapes

An den brillanten Einstieg konnten sie jedenfalls nicht wirklich wieder anknüpfen. Von daher: Schon ok, James. Sicher wird er seine Zustimmung für diese Veröffentlichung mit dem von CAN abgeguckten und daher etwas hochtrabenden Titel „Lost Tapes“ gegeben haben. Zwanzig Tracks, aufgeteilt auf zwei Parts zum ausgiebigen Blättern in den schönsten Deep-House-Memoiren. Mehr will man dazu gar nicht sagen – Lean-Back-Mucke vom Feinsten.

 

The Gentleman Losers – Permanently Midnight

Wer solche Melodien schreibt, solche Arrangements bewältigt, der soll auch gehört werden – muss gehört werden. Ganz egal, wie verwabert und weit weg die Wortfetzen in unseren Ohren klingen. Die Musik? Immer noch ein gemessen an den aktuellen Standards niedrig aufgelöster und beschwippster Traum, in denen die besseren Zeiten die tragende Rolle spielen. Geschichten, Emotionen, Gefühle eines Paralleluniversums, das uns allesamt am Leben erhält, ein Refugium für die Momente, wenn die grelle Realität einfach zu grell scheint. Dieser Soundtrack bekommt nun eine in verwaschene Worte gepackte Stimme. Die beste neue Platte des schon so alten Jahres.

 

Moby – Animal Rights

Ein bisschen habe ich mir gewünscht, ein Juwel zu entdecken und es gibt tatsächlich ein paar eingängige Songs, wie der griffig betitelte „That’s When I Reach For My Revolver“. Ein Großteil der restlichen Nummern ist natürlich sehr wütend, wie der programmatische Albumtitel ja auch verlangt, aber dann doch (selbst für Punkrockverhältnisse) etwas schrottig. Das erhoffte Juwel kommt jedoch am Ende: „Love Song for My Mom“. Ein trauriges Instrumental-Stück, was aus dem Plattenkonzept fällt, im Zusammenhang mit Mobys Biografie doch viel Sinn ergibt.

© Das Filter, Wochenend Walkman,16.12.2017 • SOUNDS – Text: Redaktion

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