CD TIPP: „Michael Pisaro: asleep, street, pipes, tones“ // Hubro 2017

Das Entdecken und neu Hören ist doch immer wieder eine wunderbare Erfahrung. Die vorgestellte Musik wird Euch alles abverlangen und am schwierigsten wird wohl die Zeit und die Geduld beim zuhören sein. Manchmal erwischt es mich beim arbeiten, die Musik läuft nebenbei, ich nenne es: ‚ das unbewusste Hören‘. Mal bemerke ich die laufende Musik gar nicht, dann suche ich etwas anderes. Oder, wie in diesen Fall, stelle ich das Arbeiten ein und höre gespannt zu… Vielleicht kennt ihr schon Michael Pisaro.

Er schreibt folgendes:
„Musik geht der Grenze zwischen Klang und Stille nach. Sie wischt die Grenze aus und zeichnet sie wieder ein, mit einer ganz feinen Linie. Oder sie errichtet eine Mauer, um diese bald wieder abzureißen. So bestimmt Musik das Maß der Weite, indem sie Markierungen setzt. Wir messen Entfernung, indem wir sie begrenzen; wir wachsen, indem wir die Begrenzung verlegen, so weit unsere Vorstellung reicht.“
oder:
„Wir bemerken Zeit durch Veränderung. Der Reichtum des Klanges ist seine ihm innewohnende Instabilität. Die instabilsten Klänge sind der Stille am nächsten. Auf der Grenze zwischen Klang und Stille ahnt das Ohr Veränderung. Es ist wach. Stille fordert den Geist zum Hören auf.
In der Stille, im Still-sein, gibt es Raum für jeden. Die Stille des Hörers und die Stille des Komponisten, bzw. des Spielers ist die selbe: hier befinden wir uns alle auf einer Ebene und erleben das Allerwichtigste, indem wir gar nichts sagen.“

Gefunden habe ich das durch die Playlist von Ingar Zach auf Subradar. Mal habe ich das Gefühl das diese Musik Stunden dauert, dann wieder nicht, aber es nie die exakte Zeit. Ich bin sehr froh über diese Entdeckung.

„Michael Pisaro: asleep, street, pipes, tones“
Kristine Tjøgersen – Bass Clarinet, Contrabass Clarinet
Håkon Stene – Electric Guitar [Godin And Moog Electric Guitars], Piano [Bowed Piano], Tape [Field Recordings]

Link zur CD

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